NEUERÖFFNUNG: Die Schubkraft am Moselufer

NEUERÖFFNUNG: Die Schubkraft am Moselufer

TRIER. Auf der Suche nach Auslastung: Mit zahlreichen Veranstaltungen und Kombi-Angeboten soll die neue Arena Trier wirtschaftlich arbeiten.

Der Blick schweift umher. "Oooh" oder "Aaah" sind meist die ersten Laute, die der Besucher von sich gibt, wenn er die Arena Trier erstmals betritt. Was von außen eher schlicht wirkt, entfaltet im Inneren einen besonderen Flair. "Darauf hat die Region lange genug warten müssen. Nun haben wir in Trier die Möglichkeit, Veranstaltungen anzubieten, die zuvor im Umkreis von 100 Kilometern undenkbar waren", freut sich Triers Sportdezernent Georg Bernarding. Welche Veranstaltungen es neben dem Ligabetrieb der Basketballer - und höchstwahrscheinlich auch der "Miezen" - sein werden, steht erst grob fest. "Wir haben viele Anfragen", sagt Bernarding. "Wir müssen sehen, was der Markt will. Es kann nicht sein, dass wir zehn Volksmusik-Konzerte in Folge beherbergen. Wir brauchen Abwechslung", ergänzt Wolfgang Esser, Geschäftsführer der Betreiber-Gesellschaft, deren hundertprozentige Tochter auch die Trierer Basketball-Mannschaft (TBB) ist. Für TBB und Arena ist man auf der Suche nach einem Namenssponsor. "Ideal wäre natürlich, wenn wir ein Unternehmen finden würden, das beides macht", hofft Patrick Börder, Manager der TBB. Jeweils rund 500 000 Euro pro Jahr müsste der potenzielle Namensgeber schon hinlegen - aber die Suche gestaltet sich schwierig. Sollte ein Sponsor für die Halle gefunden werden, könnte mit diesen Einnahmen der privat vorfinanzierte Teil (rund 1,25 Millionen Euro) schneller abgetragen werden. "Wir müssen äußerst wirtschaftlich arbeiten, daher haben wir zunächst nur einen geringen Personalstamm", sagt Esser, "in Zukunft müssen wir sehen, wie die Einnahmeseite aussieht." Die Arena ist für 4500 sitzende und zusätzliche 1400 stehende Zuschauer bei Sport- und Kulturveranstaltungen ausgelegt, bei Konzerten passen rund 7500 Menschen in die Halle. Grob kalkuliert der Betreiber mit 200 000 bis 250 000 Zuschauern pro Jahr. Seit rund 20 Jahren schwirrt der Traum von der Großraumhalle durch die Köpfe, dem Bau auf dem Uni-Gelände wurde seinerzeit eine Absage erteilt. Erst mit Beginn der Konversion auf dem Castelforte-Gelände wurden die Pläne konkreter. 1999 begann eine europaweite Ausschreibung für Bau und Betrieb der Halle, im Oktober 2001 segnete der Stadtrat Trier das vom Land mit rund zwölf Millionen Euro bezuschusste Projekt ab. Es folgte ein kurzer, aber heftiger Streit mit der Handwerkskammer, die befürchtete, dass regionale Firmen zu wenige Aufträge erhielten. Nach 14-monatiger Bauzeit ist die Arena nun bezugsfertig und wird am Sonntag mit dem Spiel der Basketballer gegen Ludwigsburg inoffiziell eröffnet. "Diese Halle wird der Region einen enormen Schub versetzen", glaubt Triers Oberbürgermeister Helmut Schröer, für den die Arena ein wichtiges Faustpfand im Kampf der Regionen ist. "Sie ist ein wichtiger Standortfaktor, der den Freizeitwert erhöht und Trier somit die Chance gibt, neue Einwohner anzuziehen. Seien es Studenten oder Arbeitnehmer - somit stärkt sie auch die Wirtschaftskraft der Region." Pro Jahr muss die Stadt rund 500 000 Euro für den Betrieb der Halle investieren, hofft allerdings durch zusätzliche Einnahmen (siehe unten) auf ein Null-Summen-Spiel. Mindestens ebenso wichtig ist aber der Imagewert, der laut Schröer und Bernarding touristisch ausgeschlachtet werden muss. "Wir werden mit den regionalen Tourismus-Verbänden zusammenarbeiten, um Touren zu organisieren, in die die Halle integriert ist", meint Esser. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.