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Neues digitales Gelände: Was die Freigabe der neuen Internet-Endungen verändert

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(PR) Nach der Bekanntgabe der Bewerbungen um die neuen Top-Level-Domains geht der Kampf um die Internet-Macht nun in die nächste Runde. Was sich im World Wide Web alles ändern wird, wenn wir künftig auch auf essen.berlin klicken können, und welche Auswirkungen das auf die Internetnutzer hat, wird bereits heftig spekuliert.

Anfang 2013 wird die Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) neue Endungen für Internet-Adressen freischalten. Danach gibt es wieder die Möglichkeit, mit einfachen, griffigen Internet-Adressen im Netz präsent zu sein – eine Möglichkeit, die heutzutage bares Geld ist. Denn durch die Icann-gesteuerte Regulierung der sogenannten Top-Level-Domains, also der Endungen nach dem Punkt der Internet-Adresse, ist heute nur Spielraum bei den Zeichen vor dem Komma. Das soll sich 2013 ändern.

Welch ein Potenzial diese Erweiterung der Top-Level-Domains birgt, zeigen allein die Bewerbungszahlen: Fast 2.000 öffentliche Einrichtungen und internationale Unternehmen reichten eine Bewerbung bei Icann ein, viele sogar mehrere. Amazon bat gleich um 70 verschiedene Endungen – was bei den Kosten von 185.000 US-Dollar für eine Bewerbung die finanziellen Dimensionen zeigt, welche die Öffnung birgt.

Besonders beliebt als Endung scheint .app zu sein: Für diese haben gleich mehrere Unternehmen ihre Bewerbung eingereicht. Innerhalb Deutschlands sichert sich .gmbh die Spitzenposition unter den beliebten Endungen. Bei mehreren Bewerbungen um eine Top-Level-Adressendung muss Icann darauf warten, dass die Bewerber sich untereinander einigen, oder die Endungen versteigern.

Was ändert sich also 2013 für den Otto-Normal-Internetnutzer? Vor allem muss ein Umdenken bei der Internetadressen-Struktur stattfinden. Aber auch neue Möglichkeiten sind gegeben: In den Anfangszeiten des Internets gab es immer wieder aufsehen erregende Fälle, bei denen Privatpersonen mit der frühen Registrierung einer griffigen Domain später erhebliche Summen verdienten, mit dem bloßen Verkauf dieser. Ähnlich wie bei Immobilien kann ein kluger Investor 2013 mit einem guten Homepage-Namen viel Geld verdienen.

Dieses Potenzial haben bereits viele Nutzer erkannt. United Domains, ein Service, der hier die kostenlose Registrierung von Top-Level-Domains anbietet, verzeichnete bereits über 470.000 unverbindliche Anmeldungen für Domain-Namen. Auf der Seite http://www.united-domains.de/ können Privatpersonen und Unternehmen Adressen vormerken lassen. United Domains wandelt die Vormerkung in ein verbindliches Angebot um, sobald die Endungen freigeschaltet werden. Aber was die Freischaltung der Top-Level-Domains tatsächlich in Zukunft.