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Neues Urteil des Arbeitsgerichts: Urlaub nach Kündigung länger auszahlbar

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(PR) In einem Urteil zur Auszahlung des Urlaubs nach einer Kündigung hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt nun einem Kläger recht gegeben, der nach Ablauf der gesetzlichen Frist die Vergütung seiner nicht genommenen Urlaubstage gefordert hatte.

Ein Angestellter hatte 2008 in Berlin geklagt, da er nach einer Kündigung das Recht, sich seine nicht verbrauchten Urlaubstage auszahlen zu lassen, erst im Januar wahrgenommen hatte und sein ehemaliger Arbeitgeber dies abgelehnt hatte. Der Arbeitgeber berief sich damit auf die Regelung, laut der nach einer Kündigung das Recht auf Urlaubsentgeltung bis zum Jahresende eingefordert werden müsse.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte dem Arbeitgeber 2010 zunächst recht gegeben und sich auf die geltende Regelung berufen: Der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers ist innerhalb eines Jahres einzulösen, sonst erlischt er im Folgejahr. Dementsprechend müssen auch Urlaubstage nach einer Kündigung innerhalb eines Jahres ausgezahlt werden.

Das Urteil vom Bundesarbeitsgericht Erfurt am 19.Juni 2012 (AZ 9 AZR 652/10) gab nun allerdings dem Arbeitnehmer recht und verurteilte den Arbeitgeber, die restlichen Urlaubstage an den Kläger auszuzahlen, obwohl dieser erst im Januar des Folgejahres darum gebeten hatte. Grund für die Änderung war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, in dem Urlaubsansprüche erst nach einem Jahr nach Kündigung bzw. Krankheit verfallen dürfen.Damit fallen der Anspruch auf Urlaub eines nicht gekündigten Arbeitnehmers und der Anspruch auf die Auszahlung eines gekündigten Arbeitnehmers von nun an in unterschiedliche Regelungen. Dementsprechend haben gekündigte Arbeitnehmer nun die Chance, ihren Urlaub nachträglich geltend zu machen. Hilfestellung bei einer solchen Forderung erhalten sie bei www.pointoo.de, einer Plattform, auf der Rechtsanwälte spezialisiert auf bestimmte Themengebiete wie Arbeitsrecht leicht gefunden werden können.