Obst und Gemüse zum Trinken: Smoothies schmecken auch Kerlen

Obst und Gemüse zum Trinken: Smoothies schmecken auch Kerlen

Frauen wissen es schon lange: Obst und Gemüse sind gesund. Aber nicht jeder Mann mag Rohkost-Stückchen knabbern. Der BioSpitzenkoch Harald Hoppe empfiehlt Männern daher, öfter mal zu einem Smoothie zu greifen.

Einen Smoothie in Ehren kann ein Kerl nicht verwehren - nach diesem Motto verfährt der BioSpitzenkoch Harald Hoppe , wenn er Männern Obst und Gemüse schmackhaft machen will. Bekanntermaßen essen Männer weniger davon als Frauen. „Der Mann ist eher trinkaffin“, sagte Hoppe auf der Verbrauchermesse Grüne Woche in Berlin (17. bis 26. Januar). Smoothies mit gesunden, frischen Zutaten kämen daher auch bei Männern gut an. Die pürierten, dickflüssigen Drinks seien „eine schöne Form, auch Gemüse roh zu sich zu nehmen“ und den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Vor diesem Hintergrund ist es Hoppe zufolge ideal, ein bis zwei Smoothies am Tag zu trinken. „Das Ernährungsverhalten lässt sich besser umstellen, wenn es rhythmisiert oder ritualisiert wird“, betonte er. So könne man sich vornehmen, jeden Morgen oder als Zwischenmahlzeit einen Smoothie zu verzehren. Einen süß-fruchtigen Drink empfiehlt der studierte Agrarwissenschaftler eher als Begleitung zum Frühstück, einen mit Gemüse dagegen für später am Tag. Von der Menge her reichten 100 bis 200 Milliliter pro Portion.

Rohkost ist sinnvoll, weil manches Gemüse thermoinstabile Nährstoffe enthält. Das heißt, sie werden zerstört, wenn das Gemüse erhitzt wird. In Brokkoli zum Beispiel stecke Folsäure, die wasserlöslich ist, erläuterte Hoppe. Ein Drittel davon gehe schon beim Waschen und Schneiden verloren. Wird das Gemüse dann noch gekocht, kommt vom Rest noch einmal die Hälfte abhanden.

Dem Koch zufolge reicht es, Obst und Gemüse für Smoothies relativ grob zu zerschneiden. An Äpfeln kann das Kerngehäuse dran bleiben, Spinat müsse gar nicht zerkleinert werden. Die Rohkost kommt dann mit Eis und Wasser in einen Standmixer, der mindestens 25 000 Umdrehungen erreicht. Das Mischungsverhältnis von Obst und Gemüse zu Wasser und Eis sollte eins zu eins zu betragen.

Gut kombinieren lassen sich zum Beispiel Äpfel, Orangen und Bananen und etwas Saft. Wer mag, kann diesen Smoothie noch mit Paranüssen, Cranberrys und ein bis zwei Esslöffeln Leinöl ergänzen. „Cranberrys wirken entzündungshemmend, und Leinöl enthält die ungesättigten Fettsäuren Omega-3“, sagte Hoppe. Für einen Gemüsesmoothie empfiehlt er die Kombination von Apfel, Tomate, roter Paprika, Gurke, Stangensellerie und Petersilie. Pro Kopf sollten es etwa 200 Gramm Rohkost sein.

Für eine vergängliche Modeerscheinung hält Hoppe Smoothies nicht. „Durch Stress, sei es Umwelt-, Lärm- oder Beziehungsstress, hat der Mensch andere Anforderungen an die Ernährung als früher. Der Bedarf an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen ist gesteigert“, sagte er. Diese Nährstoffe sollte man nicht über Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, sondern „aus möglichst natürlichem Kontext“. Dafür seien Smoothies ideal und daher ein „natural functional food“.

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BioSpitzenkoch Harald Hoppe

Bundesprogramm Ökologischer Landbau