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Piesport/Wittlich
Ostern: Von Männern in Anzügen, Prozessionen und einem Kalender

Piesport/Wittlich. Von Petra Willems

Christliche Feste wie Ostern haben eine Jahrtausende lange Tradition mit regional unterschiedlichen Bräuchen. In Piesport ist es seit 1939 üblich, dass eine Prozession von Männern jedes Alters durch die Straßen des  Orts kläppern geht. Die Idee dazu soll in einer weinfreudigen Runde geboren worden sein.

Morgens ist Kläpperzeit der Männer, am Tag und abends für die Kinder. Traditionell bekleidet mit schwarzem Anzug und Zylinder werden viele Männer aus der Pfarrei am Ostersonntag mit ihren Kläppern auch das Hochamt einläuten.

An der Wittlicher Fallerkapelle  findet an Karfreitag die traditionelle Prozession statt, die eine jahrhundertlange Tradition hat. So gingen der Überlieferung nach bereits im Jahr 1878 rund 1500 Erwachsene dabei mit.

Aber Ostern, was ist das eigentlich? Ostern – auf lateinisch pas­cha, auch Festum paschale, was aus dem Hebräischen Pessach kommt, ist im Christentum die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der als Sohn Gottes nach dem Neuen Testament den Tod überwunden hat.

Da Jesu Tod und Auferstehung laut dem Neuen Testament in eine Pessach-Woche fielen, bestimmt der Termin dieses beweglichen jüdischen Hauptfestes auch das Osterdatum. Es wird über einen Lunisolarkalender bestimmt und fällt in der Westkirche immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, im gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Danach richten sich auch die Daten der beweglichen Festtage des Osterfestkreises.

In der Alten Kirche wurde Ostern als Einheit von Leidensgedächtnis und Auferstehungsfeier in der Osternacht begangen („Vollpascha“). Ab dem 4. Jahrhundert wurde das höchste Fest im Kirchenjahr als Dreitagefeier (Triduum sacrum oder Triduum paschale) historisierend entfaltet. Die Gottesdienste erstrecken sich seitdem in den meisten Liturgien von der Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstagabend – dem Vorabend des Karfreitags – über den Karsamstag, den Tag der Grabesruhe des Herrn, bis zum Anbruch der neuen Woche am Ostersonntag.

Mit dem Ostersonntag (liturgisch Dominica resurrectionis „Sonntag der Auferstehung“ (des Herrn)) beginnt die österliche Freudenzeit („Osterzeit“), die 50 Tage bis einschließlich Pfingsten dauert.

Im Mittelalter entwickelte sich aus dem ursprünglichen Triduum ein separates Ostertriduum, das die ersten drei Tage der Osteroktav von der restlichen Feierwoche abhob. Später wurde dieser arbeitsfreie Zeitraum verkürzt, bis nur noch der Ostermontag als gesetzlicher Feiertag erhalten blieb.