Patrice

Patrice ist gereift, hat sich gehäutet und mit "Rising Of The Son" endlich wieder ein mitreißendes Album aufgenommen. So international, so cool klang er noch nie.

Es ist mittlerweile 15 Jahre her, dass bei der Musikmesse Popkomm in Köln der bis dahin völlig unbekannte Patrice auftrat und mit den Songs seines Debüts "Ancient Spirit" und mit gerade einmal 18 Jahren sein Publikum verzauberte. Was für ein Versprechen auf die Zukunft, gar der erste urbane Popstar aus Deutschland? Nun, in Frankreich ist Patrice mittlerweile ein Star, so ganz hat das mit der Welteroberung jedoch nicht geklappt.

Wer Patrice allerdings nach "One" bereits abgeschrieben hatte, wird jetzt eines Besseren belehrt: "Alive" kickt einen direkt. "I Have Risen From The Dead …" Patrice umschmeichelt, wie nur er es kann. Diese Stimme sitzt auf deiner Schulter, flüstert in dein Ohr, umschlingt deinen Hals, dein Herz, deine Lende. Was für ein scheppernder, cooler Beginn. Glückstreffer? Keineswegs, wie "Cry Cry Cry", die erste Single, beweist. Ein aus profundem Reggae-Wissen gespeister Song, der stellvertretend für das Weniger an Pop und das Mehr an Reggae und Dub steht, das Patrice auf seinem fünften Album teils roh, teils glatt poliert präsentiert.

"I Need Some Space To Clear My Mind" heißt es auf "Boxes". Den Platz und auch die Zeit für "Rising Of The Son" hat er sich genommen. In Deutschland, in Frankreich, London und in Jamaika hat er an dem Album gearbeitet. Das beste Album von Patrice seit "Ancient Spirit" ist das Werk eines gereiften Mannes, der den 18-Jährigen aus Köln nur noch als Erinnerung, nicht mehr als Vorlage in sich trägt.

Patrice // Rising Of The Son

Anspieltipps: "Alive", "Cry Cry Cry" und "Hippies With Guns"
Fazit: Was für ein furioses Comeback!