Pet Shop Boys

Nach "Elysium" wurden schon die ersten Nachrufe auf die Pet Shop Boys verfasst, doch Neil Tennant und Chris Lowe haben noch 1.000 knallbunte Ideen, wie "Electric" zeigt.

Altersmilde? Nicht doch! Gleich zu Beginn von "Electric" knallt und zischt es wie in einer Raumkapsel von der Erde zur Disco-Sonne. "Axis" ist eine Kriegserklärung an den Ruhestand und all die, denen die Pet Shop Boys nur für kopfwackelnde Hintergrundberauschung dienen. Nach diesem von Produzent Stuart Price (Madonna) eingestreuten Schock versöhnen die beiden Briten im Laufe des Albums ihre langjährigen Fans immer mehr: "Thursday" zum Beispiel ist ein PSB-Hit alter Schule mit sehnsuchtsvoller Stimme und 80er-Soundeffekten en masse.

Der Hip-Hop-Part am Ende des Stückes ist nur eines der vielen liebevollen Gimmicks, die den Hörer auf dem Nachfolger von "Elysium" erwarten. Mit Pomp, Eurotrash und kindischer Freude an Stilbrüchen. Dazu gehört dann ein Renaissance-Sample ("Love Is A Bourgeois Construct") ebenso wie ein Bruce-Springsteen-Cover ("The Last To Die"). Unmöglich gibt's nicht in der campen Welt der Pop-Grafen. Und weil die grobe Klammer Tanzmusik sein soll, geleitet ein famoser House-Track aus dem Album hinaus: "Vocal" ist ein 400-sekündiger Marsch durch die Dance-Institutionen. Denn neben dem Schöngeistigen können die beiden auch stumpfe Unterhaltung mit Schmiss. Dufte!

Pet Shop Boys // Electric

Anspieltipps: "Vocal" und "Thursday"
Fazit: Es bleibt wie immer alles anders bei den Pet Shop Boys. Zum Glück.