Petra Willem zur Mülheimer Brücke

Meinung : Wichtige Zeitverschiebung

Das ist ein Zeitverlust“, sagt Oliver Haag, der viele Weinberge in der Top-Lage bewirtschaftet. Denn das Verkehrs­aufkommen werde zunehmen.

Dieses Zitat des Winzers Oliver Haag und der folgende Satz stammen nicht aus dem Jahr 2021, sondern sie sind bereits vor fast genau fünf Jahren im Volksfreund erschienen: Im September 2016 stand, pünktlich zur bevorstehenden Lese, schon einmal eine Sperrung an der Mülheimer Brücke an, damals gab es kein Durchkommen vom Brückenkopf in Richtung Lieser, es stellte sich für die Winzer die Frage, wie sie von der anderen Moselseite in die Lage Brauneberger Juffer kommen. Der LBM dürfe nur klassifizierte Strecken als Umleitung ausweisen, hieß es damals. Inoffizielle Umleitungen, insbesondere für Anlieger wie zum Beispiel Winzer, seien vor Ort in aller Regel gut bekannt. Und die gab es auch. Dieses Mal schien sich eine ähnliche Situation, nur mit der Baustelle auf der anderen Seite, anzudeuten. Dieses Mal hat man jedoch reagiert. Die Mülheimer Brücke wird (voraussichtlich) erst nach der Lese gesperrt, die Winzer können die wichtige Zeit im Jahr ohne zusätzlichen Stress abwickeln. Und das ist vor allem in Zeiten wie diesen, in denen die Natur Winzern wie Landwirten und anderen Menschen, die mit und in der Natur arbeiten, jedes Jahr ein neues Schnippchen zu schlagen scheint – auf Jahre mit extremer Hitze folgen Jahre mit einer deutlich erhöhten Menge an Niederschlag oder mit spät im Jahresverlauf aufkommendem Frost – mehr als wichtig.

p.willems@volksfreund.de