Polit-Posse um Traben-Trarbacher Tourismuschef spitzt sich zu

Polit-Posse um Traben-Trarbacher Tourismuschef spitzt sich zu

Das Traben-Trarbacher Politdrama eskaliert: Die Stadt wirft Tourismuschef Matthias Holzmann arglistige Täuschung vor und droht mit Kündigung. Angeblich soll es gegen Holzmann wegen einer Insolvenz einen Haftbefehl geben. Unsinn, sagt dessen Anwalt.

Ein Ende des Traben-Trarbacher Tourismusstreits ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil - die Auseinandersetzung wird immer heftiger und auch persönlicher. Im Zentrum dieses Streits steht von Beginn an Matthias Holzmann, Leiter der Tourist-Information - von den einen geliebt, weil seine innovativen Tourismus-Konzepte Traben- Trarbach reichlich Aufmerksamkeit bescherten. Von den anderen kritisiert, weil der von ihm organisierte Wein-Nachts-Markt ein großes Defizit in die Haushaltskasse riss. Wie es dazu kam, wird immer noch geprüft. Inzwischen geht es jedoch um ganz andere Dinge: Die Stadt Traben- Trarbach hat ihrem Tourismuschef eine Verdachtskündigung ausgesprochen. Ihm wird vorgeworfen, den Stadtrat bei seiner Bewerbung arglistig getäuscht zu haben. Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus will sich hierzu nicht näher äußern, da es sich um eine Personalangelegenheit handele. Nach Auskunft von Holzmann und seinem Anwalt fußen die Vorwürfe alleine auf den Inhalten einer chilenischen Internetseite, die Pönnighaus an Journalisten weitergegeben haben soll. Auf cronicalibre.cl heißt es, Holzmann habe sich nach der Insolvenz einer seiner chilenischen Firmen nach Stuttgart abgesetzt. Ein Anwalt habe einen internationalen Haftbefehl gegen ihn beantragt. Bis gestern Abend hatte Traben-Trarbach ihm Zeit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. "Das ist alles Unsinn", sagt Holzmanns Anwalt Till Müller-Heidelberg. Zwar musste Holzmann in Chile tatsächlich Insolvenz für seine Firma Aqua Motion anmelden, doch sei er weder untergetaucht noch gebe es einen Haftbefehl. "Sonst wäre ich ja längst verhaftet", sagt der Touristiker. Holzmann betont zudem, dass alle Angaben, die er zu seiner erfolgreichen Tourismustätigkeit in Chile gemacht habe, richtig und überprüfbar seien. Sollte ihm die Stadt dennoch kündigen, will er klagen, "bis sie mich wieder einstellen".