Brüderkrankenhaus Trier als erstes überregionales Herzinsuffizienz-Zentrum (HFU-Zentrum) in der Region ausgezeichnet

Brüderkrankenhaus : Brüderkrankenhaus Trier als erstes überregionales Herzinsuffizienz-Zentrum (HFU-Zentrum) in der Region ausgezeichnet

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier wurde vor kurzem als überregionales Herzinsuffizienz-Zentrum zertifiziert. Verliehen haben die Auszeichnung die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) sowie die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG).

Das Herz, unser „Motor des Lebens“, schlägt 60 bis 80 mal pro Minute und mehr als 100.000 mal an einem Tag. In dieser Zeit pumpt es rund 17.000 Liter Blut durch den Körper. Kann der Organismus nicht mit ausreichend Blut versorgt werden, weil beispielsweise die Pumpfunktion des Herzens vermindert ist, spricht man von einer Herzinsuffizienz oder Herzschwäche. Die chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) gilt als die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen, insbesondere älterer Menschen. Derzeit gibt es in Deutschland ca. zwei bis drei Millionen Betroffene. Auslöser für die Erkrankung können dabei unter anderem sein: Bluthochdruck, Herzinfarkt, Herzklappen- oder Herzmuskelerkrankungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie- Herz- und Kreislaufforschung (DGK) und die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) haben sich die Förderung des Aufbaus qualitätsgesicherter integrierter Versorgungsstrukturen für herzinsuffiziente Patienten zur Aufgabe gemacht.

Sie haben daher zur Optimierung der Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz den Aufbau und die Organisation von Herzinsuffizienznetzwerken (HF-Nets) und Herzinsuffizienz-Einheiten (Heart Failure Units, HFUs) empfohlen. Bundesweit wurden bisher 21 überregionale HFU-Zentren, 14 HFU-Schwerpunktkliniken und 23 HFU-Schwerpunktpraxen ausgezeichnet (Stand: 20.11.2018).

Zu diesen 21 überregionalen zertifizierten HFU-Zentren gehört nun auch die Abteilung für Innere Medizin III /Kardiologie unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Karl Eugen Hauptmann. Im Rahmen der Zertifizierung im Brüderkrankenhaus bestätigten die Gutachter Dr. Hauptmann und seinen Kollegen in der Rhythmologie und Herzchirurgie, dass die wichtigen strukturellen, logistischen und personellen Voraussetzungen für ein überregionales HFU-Zentrum erfüllt werden.

Überregionale HFU-Zentren müssen eine umfassende, kausale Herzinsuffizienzdiagnostik und –therapie ermöglichen. Dazu gehören alle interventionellen Therapieverfahren inklusive auch der interventionellen Herzinsuffizienztherapie und chirurgischen Behandlungsoptionen der Herzinsuffizienz gemäß aktueller Standards.

„Zu den wichtigsten Voraussetzungen zählt zunächst eine breit aufgestellte kardiologische Abteilung, um interventionell im Herzkatheterlabor arbeiten zu können, einschließlich der interventionellen Therapie von Herzklappenerkrankungen, mittels TAVI oder
MITRA-Clips“, erklärt Dr. Hauptmann und ergänzt: „Das Krankenhaus muss eine herzchirurgische Abteilung haben und eine elektrophysiologische Abteilung, um spezielle Herzschrittmacher- und Defibrillatorsysteme implantieren und versorgen zu können.“

Kardiologen, Rhythmologen und Herzchirurgen müssen interdisziplinär mit den weiteren für die Versorgung der akuten und fortgeschrittenen Herzinsuffizienz notwendigen Fachdisziplinen zusammenarbeiten.

„Patienten mit einer chronischen Herzerkrankung soll eine optimale Betreuung und Behandlung zukommen. Über die stationäre Behandlung im Krankenhaus hinaus ist hierzu eine enge Kooperation von ärztlichen und nichtärztlichen Leistungserbringern im stationären und ambulanten Bereich sowie auch die Einbeziehung der Angehörigen und sozialen Netzwerke der Patienten notwendig, die es weiter auszubauen gilt“, sagt Dr. Hauptmann.

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