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Gefährlicher Begleiter
Informationsveranstaltung zu Bluthochdruck an diesem Mittwoch im Brüderkrankenhaus Trier

FOTO: Brüderkrankenhaus Trier
Laut Robert Koch Institut liegt bei jedem dritten Erwachsenen in Deutschland ein erhöhter Blutdruck vor. Doch rund jedem fünften Betroffenen ist nicht bewusst, dass er die gesundheitlich noch unbedenklichen Werte regelmäßig deutlich überschreitet. Von einem „stillen, aber gefährlichen Begleiter“ spricht Professor Dr. med. Stefan Weiner, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin II des Brüderkrankenhauses Trier. Beim „Gefäßtag 2018“ an diesem Mittwoch informieren Experten über die Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck.

Wird bei Menschen eine Verengung der Nierenarterie festgestellt, steht schon mal die „Henne-oder-Ei?“-Frage im Raum: Was war zuerst? Litt der Patient bereits vor seiner Stenose an erhöhtem Blutdruck, oder ist die Hypertonie eine Folge des verengten Blutgefäßes? Beides ist möglich, doch herrscht in einem Punkt Gewissheit: Bluthochdruck ist der wichtigste, vom Betroffenen selbst beeinflussbare Risikofaktor für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und das Potenzial, durch Medikamente und eine Veränderung des Lebensstils die Hypertonie in den Griff zu bekommen, ist hoch, sagt Professor Weiner, der auch stellvertretender Leiter des Zentrums für Gefäßmedizin am Brüderkrankenhaus ist.

Allen voran kommt es auf die richtige Einstellung an – die des Blutdrucks. Hierfür steht ein breites Spektrum an Präparaten bereit. Viele Patienten werden ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen sein, denn die Neigung zu Bluthochdruck kann auch genetischer Natur sein; es gibt Familien, in denen praktisch alle mit Hypertonie zu tun haben. Ist der Blutdruck optimal eingestellt, spricht dennoch alles dafür, durch eine Änderung des Lebensstils einen Eigenbeitrag zur Behandlung zu leisten.

Denn ob Rauchen, hoher Salz- oder Alkoholkonsum, Übergewicht oder Bewegungsmangel – sie alle gelten als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Selbst wenn sich durch Abnehmen, Verzicht auf Nikotin oder regelmäßigem Ausdauersport der Bluthochdruck nicht völlig beseitigen lässt, können doch immerhin dessen Folgen abgemildert werden, erklärt Dr. med. Christina Schneider, Oberärztin der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie Sektionsleiterin Gefäßchirurgie des Zentrums für Gefäßmedizin. Das interdisziplinäre Zentrum bündelt über Abteilungsgrenzen hinweg Kompetenzen, um Patienten mit Gefäßerkrankungen eine Behandlung aus einer Hand bieten zu können.

Bei manchen Menschen mit Hypertonie schlagen Medikamente nicht an und lässt sich das Übel auch nicht durch eine Lebensstiländerung bekämpfen. Für sie könnte die Implantation eines Schrittmachers zur Blutdruck-Senkung infrage kommen. Vergleichbar einem Herzschrittmacher wird das Gerät in der Brust implantiert und stimuliert fortan verschiedene Rezeptoren der Halsschlagader, welche den Blutdruck regulieren. Die Konsequenz: Der Blutdruck sinkt. Als einzige Einrichtung in der Region bietet das Brüderkrankenhaus dieses relativ neue Verfahren an. Allerdings kommt dieses nur in Betracht, wenn trotz Allgemeinmaßnahmen und einer Kombination maximal dosierter Medikamente der Blutdruck nicht in den Zielbereich gesenkt werden kann. Behandelbare Ursachen des Bluthochdrucks müssen zuvor ausgeschlossen werden, betont Dr. Christina Schneider.

Der Bluthochdruck steht im Zentrum des „Gefäßtags 2018“ an diesem Mittwoch, 7. November, im Brüderkrankenhaus. Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr mit Workshops zu Tabakentwöhnung und Gefäßsport. Um 16.30 Uhr folgen Vorträge von Ärzten der Abteilungen für Innere Medizin II, Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin. Was man selbst gegen Bluthochdruck unternehmen kann, erklärt eine Diätassistentin vom Zentrum für Ambulante Rehabilitation (ZAR) Trier. Der Eintritt zum „Gefäßtag 2018“ ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Professor Dr. med. Stefan Weiner

Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin II

Dr. med. Christina Schneider

Oberärztin der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie