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Informationsveranstaltung zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse am 13. Juni im Brüderkrankenhaus Trier
Kleine Drüse, große Wirkung

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Verglichen mit Leber und Gallenblase führt die Bauchspeicheldrüse scheinbar ein Nischendasein. Zwischen 60 und 100 Gramm leicht und verdeckt von Magen und Dickdarm, hat das kleine Organ dennoch große Bedeutung für den menschlichen Stoffwechsel. In der Bauchspeicheldrüse werden das für die Regelung des Blutzuckers so wichtige Hormon Insulin ebenso produziert wie Enzyme, die bei der Verdauung von Eiweißen, Fetten und Zuckern helfen.

So bedeutend die Funktion der Drüse ist, so folgenschwer sind Erkrankungen dieses Organs. So ist etwa eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse nach wie vor potenziell lebensbedrohlich, und die Prognosen beim Pankreaskarzinom sind weiterhin schlecht. Das dürfe jedoch nicht davon ablenken, dass es vielfältige Ansätze für eine durchaus wirksame Therapie bei Entzündungen gebe, und auch die Behandlung von Tumoren der Bauchspeicheldrüse ermögliche heute, dass viele der Betroffenen eine höhere Lebenserwartung hätten als noch vor einigen Jahren, betont Professor Dr. med. Detlef Ockert. Der Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie lädt am Mittwoch, 13. Juni, zu einer Patienteninformationsveranstaltung ins Brüderkrankenhaus ein.

Dann wird es unter anderem um die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse gehen, an der in einer Stadt von der Größenordnung Triers schätzungsweise 60 bis 70 Menschen leiden. Ausgelöst wird diese Entzündung, an der trotz Fortschritten in der Behandlung noch immer rund 20 Prozent der Patienten versterben, vor allem durch exzessiven Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum.

Wie in der Leber können sich auch in der Bauchspeicheldrüse Zysten bilden, hinter denen sich nicht selten schwerwiegende und auch bösartige Erkrankungen verbergen, erklärt Dr. med. Michael Knoll, Leitender Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin I. Liegt ein Bauchspeicheldrüsentumor vor, ist die Operation bis dato die einzige Therapie, mit welcher dieser Krebs wirksam bekämpft werden kann, erläutert Dr. med. Stefan Franzen, Leitender Oberarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. Haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet oder gilt der Tumor aufgrund seiner Lage, Größe und Struktur als nicht mehr operabel, kann auch die Chirurgie kaum mehr etwas ausrichten. Dann kommt meist eine Chemotherapie zum Einsatz mit dem Ziel, das Wachstum des Tumors zu bremsen. Im Vordergrund steht dann, das Leben des Patienten zu verlängern und diesem eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

Ist der Pankreaskrebs auch in letzter Konsequenz nicht heilbar, so kommt es doch entscheidend darauf an, den Tumor zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu diagnostizieren und zu behandeln. Doch das ist nicht einfach, denn die Beschwerden treten meist erst in einem späten Stadium auf. Kommt es zur Gelbsucht oder verfärben sich Urin oder Stuhl in unnatürlicher Weise, ist dringender Handlungsbedarf gegeben.

Dass man auch ohne Bauchspeicheldrüse ein Leben mit Qualität führen kann, wissen die Mitglieder der Regionalgruppe Koblenz des Arbeitskreises der Pankreatektomierten e.V. – Bauchspeicheldrüsenerkrankten (AdP) zu berichten. Im Rahmen der Veranstaltung im Brüderkrankenhaus wird der AdP gemeinsam mit der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle e.V. Trier (SEKIS) noch vor den Vorträgen ein Informations- und Gesprächsangebot anbieten. In einem eigenen Vortrag werden Renate Kaifer und Franz Blaeser vom AdP zudem der Frage nachgehen: „Kann man ohne Bauchspeicheldrüse leben?“

Die Veranstaltung „Die Bauchspeicheldrüse im Zentrum“ beginnt um 16 Uhr im Albertus-Magnus-Saal des Brüderkrankenhauses, der erste der drei Expertenvorträge startet um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.