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Zusammenhang von Kalziumstoffwechsel und Osteoporose
Winzige Drüsen mit weitreichendem Einfluss

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Sie sind kaum größer als kleine Linsen und wiegen nahezu nichts, doch für den Menschen sind sie lebenswichtig: Die Rede ist von den Nebenschilddrüsen, von deren Existenz viele nicht wissen, weshalb man sie auch als die kleinen Unbekannten unter den Organen bezeichnen könnte. Über vier dieser hormonproduzierenden Winzlinge verfügt der Körper; manche Menschen haben auch fünf und mehr, andere weniger als vier Nebenschilddrüsen. Weil diese die alleinigen Produzenten des Parathormons (PTH) sind, ist ihr Einfluss auf unsere Gesundheit nicht zu unterschätzen.

Schließlich kommt dem PTH eine wichtige Rolle bei der Regulierung des körpereigenen Kalziumstoffwechsels zu, und der Mineralstoff Kalzium gilt bekanntlich als immens wichtiger Baustoff für Knochen und auch Zähne. Vereinfacht gesagt: Funktioniert die Produktion des Parathormons in den Nebenschilddrüsen einwandfrei, halten sich Auf- und -abbau der Knochen die Waage. Gerät der Kalziumstoffwechsel indes aus dem Gleichgewicht, liegt also beispielsweise eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen vor, drohen schwerwiegende Erkrankungen. Denn ist der Parathormonspiegel im Blut deutlich erhöht, gelangt zu viel Kalzium ins Blut. Nieren- und Gallensteine können die Folgen sein, und weil die vermehrte Kalziumabgabe die Knochen schwächt, ist eine Osteoporose programmiert. Auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit bis hin zu Depressionen sind mögliche Symptome überaktiver Nebenschilddrüsen. Wesentlich seltener als eine Über- ist hingegen eine Unterfunktion.

Diagnose oft Zufallsbefund

Meist wird eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen erst im Zuge eines Zufallsbefunds erkannt. Ist etwa der Kalziumspiegel im Blut erhöht, kann dies ein erster wichtiger Hinweis dafür sein, dass zu viel Parathormon produziert wird, die Nebenschilddrüsen also überaktiv sind. Wie bei den Schilddrüsen führt auch bei den Nebenschilddrüsen eine Überfunktion zu einem Anwachsen und Wuchern des Organs, sprich zu einer in der Regel gutartigen Geschwulst. Die vormals millimeterkleinen Drüsen können dann schon mal Ausmaße von mehreren Zentimetern annehmen. Doch auch bei einer vergrößerten Nebenschilddrüse wird dem Operateur ein hohes Maß an Erfahrung, Geduld und Fingerspitzengefühl abverlangt. Allen voran eine Verletzung des Stimmbandnervs gilt es zu vermeiden, was aufgrund der anatomischen Begebenheiten eine besondere Herausforderung für jeden Chirurgen darstellt.