Einfach und verständlich: Die Chefärzte der HNO-Chirurgie des Klinikums Mutterhaus erklären und demonstrieren die modernen OP-Methoden in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Einfach und verständlich: Die Chefärzte der HNO-Chirurgie des Klinikums Mutterhaus erklären und demonstrieren die modernen OP-Methoden in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Endoskope mit einem Durchmesser von weniger als einem Millimeter, ruhige Hände und eine gute Bildtechnik: Minimalinvasive Eingriffe in der Hals-Nasen-Ohren-heilkunde setzen modernste Operations-Methoden und filigranste Arbeitsinstrumente voraus.

Die HNO-Spezialisten aus dem Klinikum Mutterhaus geben interessierten TV-Lesern einen Überblick über ihre chirurgischen Eingriffe im Rahmen der TV-Wissen Veranstaltung.

Anlässlich der Gesundheitswochen zur Minimalinvasiven Chirurgie informieren die beiden Chefärzte der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dres. med. Peter Kress und Peter Schäfer im Forum über präzise Eingriffe im Kopfbereich, die täglich auf ihrem OP-Plan stehen. In lockerer Atmosphäre, mit realem Video- und Bildmaterial sowie interaktiven Übungen stehen die beiden Fachärzte Rede und Antwort.

Mit dem Laser werden Mandeln behutsam und ohne Blutungen operiert
Das erste Thema, Mandeloperationen, leitet Dr. Peter Schäfer mit einem kurzen Film ein: Man sieht, wie vorsichtig nur der Teil des Mandelgewebes mit dem heißen Laserstrahl weggeschnitten wird, der entzündet oder vergrößert ist und die Schmerzen, Atem- oder auch Sprachprobleme der Patienten verursacht. Denn während früher die Mandeln voreilig und vollständig entfernt wurden, geht man heute zurückhaltend vor. Außerdem gibt es dank dieser Methode weniger Nachblutungen, die vor allem bei Kindern gefährlich sind.

Gute Bildtechnik und kleine Endoskope ermöglichen den Weg durch enge Speichelgänge
Besonders wichtig für die Eingriffe an den Kopfspeicheldrüsen sind die immer kleiner werdenden Endoskope. So können sich die HNO-Chirurgen auch durch die weniger als einen Millimeter engen Speicheldrüsen am Kopfbereich bewegen, wenn sich etwa ein Stein in der Unterkieferspeicheldrüse festgesetzt hat. Mit feinsten Instrumenten und der Möglichkeit, durch eine ebenso kleine eingeführte Kamera den Eingriff sozusagen blind über Bildschirme durchzuführen, könne man heutzutage auch in den Drüsen behutsam vorgehen. So könne man ganze Speicheldrüsen retten, die früher sofort vollständig entfernt wurden, erläutert Dr. med. Kress.

Rundum-Ansicht in den Nasennebenhöhlen ermöglicht eine genaue Analyse
Ein ebenso "gutes Thema für den Herbst" ist die im Anschluss vorgestellte Nasennebenhöhlenchirurgie: Kaum ein Winter vergeht, ohne dass die Nasennebenhöhlen sich mit Entzündungen bemerkbar machen. Doch auch diese werden heute nicht mehr radikal ausgeräumt, sondern nur das kranke Gewebe, das die chronische Entzündung verursacht. Dank der Instrumente, die einen Blick in alle Richtungen der Nasennebenhöhlen ermöglichen sowie der modernen Bildtechnik - ähnlich dem Blick durch ein Mikroskop - wird gezielt und mit folgender Prämisse operiert: Wenn etwas zu eng wird, wird auch etwas entfernt. Doch was gesund ist, das bleibt erhalten.

Durch die Nase zum Gehirn: HNO-Chirurgen und Neurochirurgen arbeiten gemeinsam
Dass HNO-Chirurgen bei ihren Eingriffen sogar bis zum Gehirn vordringen können, überrascht die TV-Leser: Eine Aufzeichnung veranschaulicht, wie sich die filigranen Instrumente des Operateurs durch die Nase hin zur Hirnanhangdrüse, Hypophyse, bewegen. Beispielsweise ein Tumor, der sich dort angesiedelt hat, kann nun von einem Neurochirurgen durch die Nase entfernt werden und muss nicht über ein Loch in der Schädeldecke herausgenommen werden. Genau diese geforderte Präzision können die interessierten Teilnehmer selbst erproben: Unter Anleitung von Dres. Schäfer und Kress wird versucht, mit einer endoskopischen Kamera und einer Stanze einen Kürbis und eine Paprika von ihren Kernen zu befreien; der Blick ist dabei stets auf das Bild auf der Leinwand gerichtet. Dies fordert eine geschulte Auge-Hand-Koordination. Trockenübungen, spezielle Kurse und erste Eingriffe unter Aufsicht eines erfahrenen Chirurgen befähigen zu dieser Fertigkeit.

Kleinste Knöchelchen im menschlichen Ohr erfordern Vorsicht
Die gängigsten Operationen am Ohr finden am Mittelohr statt, wenn beispielsweise Löcher im Trommelfell auffallen, eine chronische Entzündung vorliegt oder etwa die Gehörknöchelchen nicht mehr richtig arbeiten. Die letztgenannten bekannten Knochen Hammer, Amboss und Steigbügel sind beispielsweise dafür verantwortlich, dass der Luftschall für das Innenohr in Wasserschall umgewandelt wird. Wie klein diese Knöchelchen sind, veranschaulichen die Prothesen aus Titan und Gold, die Dr. Schäfer in einer gepolsterten Schachtel herumreicht. Dass bei einer so großen Feinheit solch kleiner Implantate schon beim Auspacken Vorsicht geboten ist, überrascht nicht.

Lasertechnik besonders geeignet für den Einsatz am Kehlkopf und den sensiblen Stimmbändern
Zum Abschluss der Vortrags- und Gesprächsrunde greifen die HNO-Spezialisten aus dem Mutterhaus erneut die Methode der Laser-Operationen auf. Dieses Mal im Kehlkopfbereich. Auch hier sehen die Teilnehmer auf einem Videobild, wie ein Tumor auf der Stimmlippe mit dem Laser weggeschnitten wird. Bildet sich ein solcher allerdings nicht direkt an dieser Stelle der Stimmlippe, bleibt der Tumor meist zu lange unentdeckt. Dr. Schäfer betont dabei, dass dieser sich glücklicherweise frühzeitig durch die Heiserkeit des Patienten bemerkbar gemacht hat.

Weitere Informationen zur HNO- und Kopf-Hals-Chirurgie finden Sie unter www.mutterhaus.de