Ein Camping-Schiff kann jede(r )schaukeln

Herbstcamping : Ein Camping-Schiff kann jede(r )schaukeln

TV-Mitarbeiterin Regina Lüders hat mit zunächst klopfendem Herzen, Mann, drei Kindern und Hund an Bord ein Wohnmobil von Niesmann Caravaning quer durch Belgien gesteuert - ein besonderer Familienurlaub.

Eins schon mal vorab: Wenn ich das kann, dann kann das jeder - und jede. Ich gehöre, ehrlich gesagt, zu den bekennenden Nicht-rückwärts-Einparken-Könnerinnen. Das hatte mich auch bisher vom "wohnmobilen" abgehalten: Mein Mann ist nämlich führerscheinlos und so bleibt nur "selbst ist die Frau" als Lenkradmotto oder zu Hause bleiben. Mein erster Gedanke beim starren Blick auf die mobile Heimat für die nächste Woche auf dem Firmengelände von Niesmann Caravaning in Polch: "Wow - ist der riesig!". Als ich vor "unserem" Lyseo Time A stehe - über 7 Meter lang, 2,3 Meter breit und 3,2 Meter hoch und beladen über 4 Tonnen schwer, wünschte ich mir den freundlichen Herrn Erbslöh von Niesmann Caravaning als Chauffeur dazu. Der hat er mir eben geduldig die vielen tollen Funktionen und praktischen Details für das Leben auf Rädern gezeigt , die dieses Caravan-Modell für unsere fünfköpfige Familie plus Hund bereit hält. So froh ich bin, dass der "sanfte Riese" mir Mut vermittelt und das tonnenschwere Schiff dann erstmal sicher aus der Werkhalle steuert, so schnell erweist sich, dass "der Herr wie das Gescherr" nicht nur auf Hund und Herrchen zutrifft: Auch der Lyseo ist ein Riese, der sich - nachdem man die erste Schüchternheit überwunden hat - als erstaunlich sanft erweist und die wertvolle Familienfracht mit starkem Motor zügig beschleunigend und komfortabel gefedert über Autobahnen wie Buckelpisten trägt. Die Übersicht vom Führerhaus aus ist einmalig, das Gefühl erstaunter Blicke auf mich als - bald schon ziemlich sichere - Fahrerin erhebend und die Gewissheit, immer sein Bett an Bord zu haben, selbst wenn man nun im Morast stecken bliebe, irgendwie beruhigend. Dankbar nehme ich die - auch abschaltbare - Automatikfunktion an: Sechs Gänge sicher im Griff. Rückwärts mit dem langen, ausschwenkenden Heck, an dem auch noch ein Fahrradträger hängen darf, ist so eine Sache. Aber mit den drei (!) Außenspiegeln und der Rückfahrkamera, die automatisch das Radio abschaltet, um volle Konzentration zu erzeugen, geht es doch. Na gut, man kann auch mal seinen Mann zum Einweisen vor die Tür stellen... Einige Rückwärtsfahrten aus Sackgassen, Einpark-Abenteuer auf engen Wohnmobil-Stellplätzen, gefährliche Tanksäulen-Annäherungen und Schwenker auf engen Küstenstraßen mit Gegenverkehr später, würde ich mich nun auch trauen, einen vollbeladenen Lkw umzuparken. Das ist irgendwie ein starkes Gefühl, persönliche Mutprobe bestanden. Als ich nach einer Woche das unverletzte Gefährt zurückbringe und wieder in meinem kleinen A-Klasse Mercedes zurück knapp über den Boden schramme, recke ich mich und wünsche mich zurück ins Fahrerhaus. Ganz ehrlich.