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Deutsche Umwelthilfe e.V.: Besorgniserregender Anstieg dünner Plastiktüten: Deutsche Umwelthilfe fordert von Umweltministerin Lemke schnelle Ausweitung des Plastiktütenverbots

Deutsche Umwelthilfe e.V. : Besorgniserregender Anstieg dünner Plastiktüten: Deutsche Umwelthilfe fordert von Umweltministerin Lemke schnelle Ausweitung des Plastiktütenverbots

- Verbrauch dünner Plastiktüten verfünffacht sich von 688 Millionen Stück in 2018 auf 3,65 Milliarden in 2019 - Dünne Plastiktüten zum Beispiel für Obst und Gemüse müssen ebenfalls verboten werden - Mehrwegalternativen stärken: Verbraucherinnen und Verbraucher sollen für Obst und Gemüse Mehrwegnetze nutzen

Seit dem 1. Januar gilt in Deutschland ein Verbot von Einweg-Plastiktüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern. Davon ausgenommen sind sehr dünne Plastiktüten, in denen häufig Obst und Gemüse abgewogen wird. Ihr Verbrauch verfünffachte sich hierzulande zwischen 2018 und 2019 von 688 Millionen auf 3,65 Milliarden Stück, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte. Damit verbrauchte 2019 jede Person in Deutschland im Schnitt 44 dünnwandige Plastiktüten, 2018 waren es noch acht. Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) belegt der deutliche Anstieg dünnwandiger Plastiktüten, dass deren Ausnahme vom Plastiktütenverbot ein fataler Fehler ist. Die DUH fordert deshalb von Bundesumweltministerin Steffi Lemke eine Ausweitung des Plastiktütenverbots auch auf dünnwandige Plastiktüten.

Hierzu sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz: "Die heute veröffentlichten Zahlen zur Nutzung dünnwandiger Plastiktüten zeigen, dass deren Ausnahme vom geltenden Plastiktütenverbot ein schweres Versäumnis ist. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite große Plastiktüten verboten und gleichzeitig das kostenlose Angebot kleinformatiger Tüten in nahezu allen Supermärkten schulterzuckend hingenommen wird. Der rasante Anstieg kleiner Plastiktüten ist keine Überraschung, sondern war erwartbar. Deshalb ist es wichtig, dass Umweltministerin Lemke die dünnen Tüten sofort verbietet. Obst und Gemüse, das in kleine Plastiktütchen passt, kann auch problemlos in Mehrwegtaschen und -netzen untergebracht werden."

Bereits jetzt gibt es praktische wiederverwendbare Mehrwegnetze für Obst, Gemüse und Backwaren. Solche Netze gibt es aus Biobaumwolle oder auch aus Kunststoff. Sie sind extrem robust, können hundertfach eingesetzt werden und sparen bei jeder Wiederverwendung die Neuherstellung einer Einwegtüte ein. Einige Supermärkte haben das Gewicht von Mehrwegnetzen inzwischen in das Kassensystem integriert und ziehen es beim Wiegen automatisch ab. Die DUH rät Verbraucherinnen und Verbrauchern zudem, nicht auf Einweg-Papiertüten auszuweichen.

Links:

- Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Verbrauch dünnwandiger Plastiktüten: https://ots.de/qGo8MX - Hintergrundinformationen zu Plastik- und Papiertüten sowie Mehrweg-Alternativen: https://www.duh.de/themen/recycling/plastik/plastiktueten/

Pressekontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin 0170 7686923, metz@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft 030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de

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