ANZEIGE Arbeiten in der Region Trier - Chancen bei starken Unternehmen Glücksfaktor Job

Eine Harvard-Langzeitstudie zeigt, dass die Ausübung des Jobs zum Wohlbefinden von Menschen beiträgt. Zur Work-Life-Balance gehört wohl vor allem eine Arbeit, die für Zufriedenheit sorgt.

  Arbeit kann das Wohlbefinden steigern. Das ist keine Frage von Karriere oder Gehalt.

Arbeit kann das Wohlbefinden steigern. Das ist keine Frage von Karriere oder Gehalt.

Foto: AS

Wer heute jung ist, muss mit existenziellen Unsicherheiten leben. Die Generation Z, also jene, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, gelten als technologieaffin, gesundheits- und umweltbewusst, als ungeduldig und fordernd. Was kein Wunder ist, denn in allen Kanälen der digitalen Welt, in der sie sich ausgiebig bewegen, hören sie, dass die Zukunft der Menschheit auf einem sich aufheizenden Planeten ungewiss ist. Dass künstliche Intelligenz auch Jobs überflüssig macht, die als anspruchsvoll, kreativ, unersetzlich gelten. Jobs, von denen sie womöglich träumen.

Zugleich lösen sich einst feste soziale Rollen auf, die von Mann und Frau, das Konzept Familie, die Zuschreibungen von Geschlechtern überhaupt.

All diese Ungewissheiten haben mit Wandel zu tun, das bedeutet Chancen, aber auch Stress. Und natürlich erfasst dieser Wandel auch das Verhältnis zur Arbeit. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sich ihre Pläne und Erwartungen jederzeit in Nichts auflösen könnten, warum sollten sie dann ihre ganze Kraft in das legen, was ihre Eltern Karriere nennen? Und womöglich das gute Leben verpassen, das die Gegenwart ihnen „noch“ bietet.

Und so stellt ein Teil der Elterngeneration gerade erstaunt fest, dass ein Teil der Generation Z sich nicht krumm rackern will. Sie erleben, dass junge Leute heute schon vor dem ersten Praktikum fragen, wie es denn mit dem Urlaubsanspruch aussieht. Und dass sie nach acht Stunden gehen – egal, was im Betrieb los ist. Herzblut, Leidenschaft, Brennen für den Job vermissen die Älteren. Die Jüngeren misstrauen den Motivationsformeln von Chefs, wollen Selbstausbeutung verhindern. Kompromisslos.

All das fußt auf einer Vorstellung, die im Begriff der Work-­Life-Balance ihren Ausdruck findet. Auf der Idee nämlich, dass zwischen Arbeit und dem restlichen, potenziell angenehmeren Leben ein Gegensatz besteht. Erwerbsarbeit ist dann das andere, das vom wahren Leben abhält, das Kraft kostet, aber wenig Erfüllung bietet. Etwas, das man möglichst vermeiden sollte, um das Leben zu genießen. In dieser Vorstellung schwingt ein bestimmtes Freiheitsverständnis mit: Tun zu können, was man will, frei über seine Zeit verfügen zu können, keinen Zwängen unterworfen zu sein. Darin steckt allerdings die ziemlich gestrige Vorstellung von Arbeit als Maloche – auch wenn sie in Kreativjobs geleistet wird.

Nun zeigen Langzeitstudien, wie die bereits 1938 begonnene biografische Erhebung „Harvard Study of Adult Deve­lopment“ zur Entwicklung erwachsener Menschen, dass Arbeit durchaus ein wesentlicher Faktor für ein glückliches Leben sein kann. Und zwar unabhängig von der Art des Jobs, denn aus Glücksforscher-Sicht ist das Wichtigste an der Arbeit, dass sie Kontakte bietet.

Wie Studienleiter Robert Waldinger in einer Publikation der Universität ausführt, sind glückliche Menschen signifikant seltener krank und ihr Glücklichsein steht in Zusammenhang mit vor allem einem Faktor: guten Beziehungen – in der Freizeit wie im Job. Für die Studie wurden und werden Menschen über Jahrzehnte nach ihrem Leben und Einstellungen befragt.

Dabei zeigte sich auch, dass weder Bezahlung, Ruhm noch Auszeichnungen die Zufriedenheit von Menschen besonders steigert, sondern die Qualität ihrer Kontakte zu den Kollegen und die Selbstwahrnehmung ihrer eigenen Rolle etwa als guter Mentor oder fairer Chef. „Soziale Fitness“ sei genauso bedeutsam wie körperliche, sagt Waldinger. Und jede Art von zwischenmenschlichem Kontakt könne das Wohlbefinden steigern, nicht nur die engen zu Familie und Freunden, sondern auch die zu Kollegen oder die flüchtigen Begegnungen mit einem Mitarbeiter in der Kantine.

Das Leben insgesamt mit seinen Pflichten wie Erholungsphasen sollte sich also in möglichst vielen guten Beziehungen vollziehen. Das bedeutet nicht, dass Workaholics die glücklicheren Menschen wären oder Selbstausbeutung zu mehr Lebenssinn führte. Doch Leben und Arbeit als Gegensatzpaar zu denken, verleitet dazu, im Vermeiden von Arbeit allein schon eine Qualität zu sehen. Dabei kommt es auch darauf an, wie Menschen gewonnene Freizeit gestalten.

Foto: Adobe Stock

Foto: Adobe Stock

Foto: AS

David Denk hat das ausprobiert. Im Selbstversuch ist er 26 Hobbys nachgegangen, vom Chor bis zur Insektenpräparation. Sein Fazit: Hobbys sind eine Möglichkeit, in einer Tätigkeit zu versinken, etwas um seiner selbst willen zu tun. „Diese Absichtslosigkeit ist bereichernd, sie hat es heute allerdings schwer“, sagt Denk, „viele Menschen setzen sich unter Druck, ihre Zeit möglichst effizient zu nutzen, das ist ein ständiger Abwehrkampf gegen die Ansprüche der Leistungsgesellschaft.“ Viele gäben im Laufe ihres Lebens auf. Wenn sie Familien gründeten, Karriere machten, beendeten sie die Hobbys ihrer Jugend. Denk hat darum Sympathien für die Generation Z. „Wir sind in Deutschland sehr konditioniert, uns von der Arbeit viel gefallen zu lassen“, sagt er. Das Land sei noch immer geprägt von der protestantischen Arbeitsethik. Darum habe er Verständnis dafür, dass junge Leute heute misstrauisch seien, wenn Chefs dauernde Erreichbarkeit verlangten und ihnen einreden wollten, sie wollten das selbst so. „Ich finde es heilsam, ab und zu über das eigene Verhältnis zur Arbeit nachzudenken“, sagt Denk. Aus seinem Selbstversuch hat er kein Hobby übrig behalten, aber sein Leben grundsätzlicher verändert. Arbeit kann das Wohlbefinden steigern.

Trierischer Volksfreund Medienhaus ist weder für den Inhalt der Anzeigen noch für ggf. angebotene Produkte verantwortlich.