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Familienunternehmen sind Deutschlands führender Firmentypus

  Foto: contrastwerkstatt - stock.adobe.com

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Sie sind der prägende Unternehmenstypus in Deutschland. Mehr als 90 Prozent der deutschen Unternehmen sind Familienunternehmen. Sie stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und erweisen sich auch in konjunkturell schwierigen Zeiten als stabilisierender Faktor auf dem Arbeitsmarkt. Ein Blick ins „Eingemachte“, dass in Deutschland durchaus anders schmeckt als anderenorts und das in Rheinland-Pfalz besonders vielfältig ­„gekocht“ wird …

Klassischerweise sind Familienunternehmen verhältnismäßig klein, sind sie doch dem Ursprung nach und zumindest in den Anfangsjahren typisch um eine Gründerfamilie zentriert. Eine deutsche Besonderheit ist, dass es sehr viele große und international tätige Familienunternehmen gibt:
32 Prozent aller Unternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitern und 30 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind Familienunternehmen. Viele von ihnen sind Weltmarktführer in ihren jeweiligen technologischen Nischen, zum Beispiel in den Branchen Maschinenbau und Automobilindustrie und haben bewiesen, was eine Familie mit Herzblut, Glück und Verstand unternehmerisch erreichen kann. Die größte bisher durchgeführte internationale Erhebung zur Entwicklung börsennotierter Unternehmen im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen in den Jahren 2013 bis 2020 konnte verdeutlichen, dass Rendite, Wertschöpfung und Beschäftigungswachstum bei den darunter befindlichen Familienunternehmen deutlich höher ausfielen als in Firmen mit anderem Hintergrund. All dies verdeutlicht die volkswirtschaftliche Bedeutung und die Qualität des Phänomens Familienunternehmen.

In Deutschland ­größer – in Rheinland-Pfalz mehr

Bei 94 Prozent aller Familienunternehmen liegt der Umsatz unter einer Million Euro. Die deutsche Volkswirtschaft zeichnet sich aber im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen durch auffallend viele sehr große Familienunternehmen aus. 46 Prozent der Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz sind Familienunternehmen.

Familienunternehmen sind besonders häufig im Bausektor und im Handel vertreten. In Thüringen und Rheinland-Pfalz ist der Anteil der Familienunternehmen besonders hoch. Am niedrigsten ist er in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg oder Bremen.

100 Jahre und doch kein ­ „alter Hut“

Eine im letzten Jahr veröffentlichte Studie des Instituts für Mittelstandsforschung beleuchtet die Top 500 Familienunternehmen in Deutschland: Die 500 beschäftigungsstärksten Familienunternehmen stellten im Jahr 2020 insgesamt über 6 Mio. Arbeitsplätze zur Verfügung. Seit 2011 haben sie mehr als 1,5 Mio. neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen. Der Gesamtumsatz der 500 umsatzstärksten Familienunternehmen stieg in diesem Zeitraum von 1.016 Mrd. Euro auf 1.413 Mrd. Euro. Sie waren im Schnitt knapp 100 Jahre alt.

Gerade für den ländlichen Raum sind Familienunternehmen ungemein wertvoll. Gleichsam profitieren sie nun vom gesellschaftlichen Trend, die Enge der Stadt verlassen zu wollen: So bieten sie Arbeitsplätze auf dem Land und finden treue Mitarbeiter, denn auch aus einem Mangel an passgenauen Alternativen ergibt sich Betriebstreue, aus der sich wiederum eine spezifische Expertise der Angestellten zum Wohl der Firma entwickeln kann.

Familienunternehmen müssen über „Steine im Weg“ springen

Dass die deutschen Familienunternehmen so erfolgreich sind, hat offenbar nichts mit ideal fördernden politischen Rahmenbedingungen zu tun: In Sachen Steuern, Regulierung und Infrastruktur gab es in den letzten Jahren negative Entwicklungen ebenso wie in Sachen Arbeitskosten. In den meisten Industrienationen sind die Voraussetzungen mittlerweile förderlicher als hierzulande. Allerdings gibt es einige Fauxpas anderer Nationen und gute Entscheidungstendenzen hierzulande aus der Vergangenheit, die deutschen Familienunternehmen einen Vorsprung verschafft haben, von dem sie noch immer zehren. So haben amerikanische Unternehmensgründer traditionell beispielsweise mehrheitlich in Richtung Massenproduktion investiert, während die Deutschen sich auf den Unterbau, die technologische Entwicklung konzentriert haben. Damit haben sie die Grundlage einer exklusiven, patentierten Serie von Innovationen „Made in Germany“ geschaffen, mit hohen Gewinnmargen für Neuentwicklungen. Auch Erbschaftssteuersätze von zeitweise bis zu über 70 Prozent für Familienmitglieder in den USA haben zur Zerschlagung vieler Familienunternehmen dort geführt.

Frischer Wind in soliden ­Mauern

Aktuell antworten 71 Prozent der Kinder von Familienunternehmern, sie wollten die Firmennachfolge beizeiten antreten. Dabei zeigen umfassende Erhebungen von deren Werten und Einstellungen, dass die jüngere Generation in der absoluten Mehrheit einen erfolgversprechenden Mix aus solidem Bewahrergeist und wegweisenden Ideen in Hinblick auf Digitalisierung und Weiterentwicklung mitbringt: Auch Kooperationen mit frischen Unternehmen oder eine parallele Neugründung können sich die meisten von ihnen vorstellen.

Was umfasst der BegriffFamilienunternehmen“?

Es gibt verschieden weit gefasste Definitionen. Die Stiftung Familienunternehmen als Quelle vieler hier wiedergegebener Erkenntnisse versteht darunter:

Ein Unternehmen beliebiger Größe bei dem sich die Mehrheit der Entscheidungsrechte im Besitz der natürlichen Personen befindet, die entweder das Unternehmen gegründet oder die das Gesellschaftskapital des Unternehmens erworben haben oder im Besitz ihrer Ehepartner, Eltern, ihres Kindes oder der direkten Erben ihres Kindes sind und/oder mindestens ein Vertreter der Familie oder der Angehörigen offiziell an der Leitung bzw. Kontrolle des Unternehmens beteiligt ist. Börsennotierte Unternehmen entsprechen der Definition eines Familienunternehmens, wenn die Person, die das Unternehmen gegründet oder das Gesellschaftskapital erworben hat oder deren Familien oder Nachfahren aufgrund ihres Anteils am Gesellschaftskapital 25 Prozent der Entscheidungsrechte halten. Häufig aber längst nicht immer tragen Familienunternehmen noch immer den Namen der Gründerfamilie. Zu den größten deutschen Familienunternehmen zählen etwa die Beiersdorf AG, die Henkel AG & Co., die Merck KGaA und die Volkswagen AG.

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Nachschlag vom Familienmenü?

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Wer es noch genauer wissen möchte, sei auf die Onlinepräsenz der Stiftung Familienunternehmen verwiesen. Unter www.familienunternehmen.de beleuchtet die gemeinnützige Stiftung studienbasiert alle erdenklichen Teilaspekte und Zusammenhänge des Phänomens Familienunternehmen. Die Stiftung ist es auch, die vielerlei dahingehenden Erkenntnisgewinn erst mit ermöglicht, indem Sie wissenschaftliche Forschungsarbeiten rund um den Themenkomplex fördert. Getragen wird die Stiftung Familienunternehmen von nicht weniger als 500 größeren Familienunternehmen aus ganz Deutschland.

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