Priester wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt

Priester wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt gegen den Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Lebach im Saarland. Es besteht der Verdacht, dass der Geistliche Anfang Juli einen Jugendlichen für sexuelle Handlungen bezahlen wollte. Der Priester streitet dies jedoch ab.

Laut Bistum fanden nach dem bisherigen Kenntnisstand keine sexuellen Handlungen statt. Wie der Kontakt zu dem Jungen entstand oder welcher Natur er war, ist nicht zu erfahren. Der Jugendliche soll allerdings nicht aus dem seelsorgerischen Umfeld des Priesters stammen. Der Beschuldigte hat die Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat selbst über die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen informiert, die aufgenommen worden waren, nachdem die Familie des Jungen sich an die Polizei gewandt hatte. "Man weiß noch nichts Konkretes", sagt Bistumssprecher Stephan Kronenburg. Denn die Ermittlungen seien noch ganz am Anfang. Obwohl noch unklar ist, ob sich die Vorwürfe bestätigen, hat das Bistum reagiert: Gemäß der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz hat Prälat Werner Rössel, der Stellvertretende Generalvikar des Bistums Trier, die kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und den Pfarrer am 30. Juli beurlaubt. Zudem wurde ihm untersagt, öffentlich die Heilige Messe zu feiern und andere Sakramente zu spenden. Mitte Juli hatte der Trierer Bischof Stephan Ackermann erstmals einen Priester wegen sexuellen Missbrauchs entlassen. Nach Angaben des Bistums hatte sich der 1940 geborene Priester zwischen 1966 und 1980 an fünf minderjährigen Jungen vergangen, in zwei Fällen über einen längeren Zeitraum. Unter den Opfern war nach Informationen des Volksfreunds auch der Neffe des Priesters. Der Verwandte informierte vor zwei Jahren auch das Bistum darüber. Das Bistum wiederum schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

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