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Laufen
Auf Fußball- folgt Stadtlauf-Krimi

3408 Läufer kamen beim 35. Trierer Stadtlauf ins Ziel. Yvonne Engel und Alexander Bock feiern Siege.

TRIER (teu) Am Samstagabend hatte Yvonne Engel vor dem Fernsehbildschirm mit den deutschen Fußballer bis zur letzten Sekunde und Kroos‘ Traumtor gezittert. Ein Krimi wie das WM-Vorrundenspiel wurde für die 41-Jährige am Sonntagvormittag auch der Halbmarathon beim Trierer Stadtlauf. Erst auf der Ziellinie vor der Porta Nigra konnte sich die Sportlerin vom Lauftreff Schweich (LTS) sicher sein, dass sie die saarländische Vizemeisterin Katharina Rausch (1:23:57 Stunden) hinter sich gelassen hatte. „Ich bin einfach nur froh“, sagte Engel nach ihrem zweiten Stadtlauf-Sieg nach 2012 (damals über zehn Kilometer).

„Wir waren die ganze Zeit zusammen. Ohne Katharina wäre ich diese Zeit nicht gelaufen. Als Ich auf dem letzten Kilometer eingangs der Neustraße umgeschaut habe und sie knapp hinter mir gesehen habe, habe ich mir gedacht: Das ist mein Heimrennen. Den letzten Kilometer kennst du so gut. Das lässt du dir jetzt nicht mehr nehmen“, erzählte Engel. Dass mit Hendrik Haumann von der TG Konz ein Läufer aus der Region in der Gruppe der schnellsten Frauen lief, habe sehr geholfen. „Ich glaube, das war mein schönster Halbmarathon, auch wenn es keine Bestzeit war.“ Ihren persönlichen Rekord verpasste Engel in 1:23:45 Stunden um 17 Sekunden.

Stadtlauf 2018 in Trier FOTO: TV / Holger Teusch

Ein Sahnehäubchen gab‘s aber trotzdem: Den 18 Jahre alten Mannschafts-Bezirksrekord von Spiridon Hochwald (Dorothee Paulmann, Bianca Munkler, Birgit Heinen) verbesserte Engel zusammen mit ihren Vereinskameradinnen Isabel Schönhofen (1:27:57) und Marina Wierz (1:29:43) um satte vier Minuten auf 4:21:24 Stunden. Ein bisschen tragisch: Michelle Bauer blieb ebenfalls unter 90 Minuten (1:29:48), kam als viertschnellste LTS-Läuferin aber nicht ins Team. „Wir sind eine tolle Truppe und ohne die Mädels hätte ich wohl nicht diese Motivation beim Bahntraining“, stellt Engel den guten Mannschaftsgeist heraus.

Nicht zum Krimi wurde das 21,1-Kilometer-Rennen bei den Männern. Vorjahressieger Demeke Wosene wiederholte seinen Erfolg diesmal in 1:10:01 Stunden. Der seit drei Jahren in Deutschland lebende und für die LG Rüsselsheim startende Äthiopier überraschte mit seiner Aussage, dass der Trierer Stadtlauf schon sein drittes Rennen innerhalb einer Woche sei. Auf der ersten der beiden Laufrunden an Porta Nigra, Paulin-Kirche, Kaiser- und Barbarathermen vorbei lagen Christoph Gallo und Martin Müller noch zusammen. „Nach 13 Kilometer musste ich langsam abreißen lassen“, erklärte der das Trikot der LG Meulenwald Föhren tragende Müller, der sich über die persönliche Bestzeit von 1:13:03 Stunden freute. „Ich kann mich nicht erinnern, dass der letzten Kilometer so hart ist. Beim Silvesterlauf läuft es sich über das Kopfsteinpflaster irgendwie leichter“, sagte der für die LG Vulkaneifel startende Belgier Gallo, der in wenigen Wochen zum zweiten Mal Vater wird.

Zu Alexander dem Großen machte Ziel-Moderator Arthur Schmidt den Zehn-Kilometer-Schnellsten Alexander Bock. In 32:24 Minuten ließ der 25-Jährige vom LC Rehlingen den Luxemburger Christophe Kass (32:31) und seinen ehemaligen Vereinskameraden Tim Dülfer vom Post-Sportverein Trier (PST/33:05) hinter sich. Das Rennen der Frauen gewann die mehrfache luxemburgische Meisterin Martine Mellina in 36:56 Minuten vor Lotta Schlund (PST/37:18). „Ich habe diese Woche jeden Tag zweimal trainiert und mich nicht so ganz frisch gefühlt. Aber ich sehe das als gute Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften in Nürnberg“, sagte die 23-Jährige, die Martina Schumacher (Rehlingen/37:20) knapp hinter sich ließ.

„Ein Wort: Super!“, so bilanzierte Nicolas Klein, der zusammen mit Andreas Rippinger dem Verein Trierer Stadtlauf vorsteht. Bei idealem Laufwetter mit maximal etwa 20 Grad und wenig Wind wurden 3408 Teilnehmer im Ziel registriert - trotz WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Vorabend nur 17 weniger als vor einem Jahr.