| 20:33 Uhr

Rostow am Don
Brasiliens Zauber blitzt selten auf

Brasiliens Superstar Neymar weiß nicht wohin mit dem Ball (linkes Bild). Im rechten Foto köpft der Schweizer Steven Zuber (links) zum 1:1 gegen den Rekordweltmeister ein.
Brasiliens Superstar Neymar weiß nicht wohin mit dem Ball (linkes Bild). Im rechten Foto köpft der Schweizer Steven Zuber (links) zum 1:1 gegen den Rekordweltmeister ein. FOTO: dpa / Andrew Medichini
Rostow am Don. Fünffacher Weltmeister erreicht zum Auftakt nur ein mageres 1:1 gegen die Schweiz.

(dpa) Superstar Neymar blieb den erhofften Glanz schuldig, und auch ein Traumtor von Philippe Coutinho bewahrte Rekord-Champion Brasilien nicht vor einem enttäuschenden WM-Auftakt. Auf der Jagd nach dem sechsten WM-Triumph hat die Seleção beim mageren 1:1 (1:0) gegen die Schweiz noch keine Titelreife nachgewiesen. Steven Zuber vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim verdarb dem fünfmaligen Weltmeister am Sonntag mit seinem Ausgleichstor in der 50. Minute den Start in die WM-Mission, die Coutinho (20.) mit einem Klasse-Schlenzer vor 43 109 Zuschauern in Rostow am Don verheißungsvoll eröffnet hatte.

Der fünfmalige Weltmeister, der bei einer Endrunde seit 20 Jahren kein Vorrundenspiel verloren hat, konnte seine derzeit bestmögliche Formation aufbieten. Neymar, der nach seinem Mittelfußbruch erst vor zwei Wochen sein Comeback feiern konnte und sehr verhalten agierte, fieberte seinem 86. Länderspiel sehnsüchtig entgegen und verkündete vor dem Anpfiff via Instagram: „Der große Tag ist gekommen. Ich habe viele Rückschläge weggesteckt und bin sehr dankbar, jetzt hier zu sein.“

Mit Willian, Coutinho und Gabriel Jesus bildete der 26-Jährige die Offensivreihe der Südamerikaner, die sich durch Paulinho die erste Chance erarbeiteten, doch der Brasilianer scheiterte an Torhüter Yann Sommer. Der Torhüter von Borussia Mönchengladbach ist einer von neun Schweizer Startelfspielern, die aktuelle oder ehemalige Bundesligaspieler sind. Lediglich Blerim Dzemaili, der schon in der 3. Minute eine Tormöglichkeit für den Außenseiter hatte, und Kapitän Stephan Lichtsteiner waren nie in der deutschen Liga aktiv.

Die Brasilianer zeigten zu Beginn ihre Klasse und kamen durch einen sehenswerten 18-Meter-Schuss von Coutinho zur frühen 1:0-Führung, die von den zahlreichen brasilianischen Fans in der vollen Rostow Arena ausgiebig bejubelt wurde. Thiago Silva vergab in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf eine weitere gute Torgelegenheit. Neymar konnte allerdings kaum Akzente setzen und war offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Die sehr rustikalen Schweizer hatten der hohen Spielkunst des Titelfavoriten wenig entgegenzusetzen, konnten aber gute Werte bei Ballbesitz und Passquote vorweisen. Der Ausgleich fiel dennoch überraschend und nach einer Standardsituation. Einen Eckball des ehemaligen Bayern-Spielers Xherdan Shaqiri konnte Hoffenheims Zuber mit dem Kopf zum überraschenden 1:1 verwandeln.

Brasilien suchte in der Schlussphase die Entscheidung, zeigte sich aber im Abschluss nicht konsequent genug. Neymar und Roberto Firmino scheiterten am guten Torhüter Sommer, und so mussten sich die Südamerikaner wie die anderen Titelfavoriten des Turniers am Ende mit einem bescheidenen Auftaktspiel begnügen.

Brasilien - Schweiz 1:1 (1:0)

Brasilien: Alisson - Danilo, Thiago Silva, Miranda, Marcelo - Casemiro (60. Fernandinho) - Paulinho (67. Renato Augusto), Philippe Coutinho - Willian, Gabriel Jesus (79. Roberto Firmino), Neymar

Schweiz: Sommer - Lichtsteiner (87. Lang), Schär, Akanji, Ricardo Rodriguez - Behrami (71. Zakaria), G. Xhaka - Shaqiri, Dzemaili, Zuber - Seferovic (80. Embolo)

Schiedsrichter: Cesar Arturo Ramos Palazuelos (Mexiko) – Zuschauer: 43 109 – Tore: 1:0 Philippe Coutinho (20.), 1:1 Zuber (50.)

17.06.2018, Russland, Rostow am Don: Fußball: Vorrunde, Gruppe E, 1. Spieltag: Brasilien - Schweiz im Rostow am Don-Stadion. Neymar aus Brasilien. Foto: Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
17.06.2018, Russland, Rostow am Don: Fußball: Vorrunde, Gruppe E, 1. Spieltag: Brasilien - Schweiz im Rostow am Don-Stadion. Neymar aus Brasilien. Foto: Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Marius Becker