Trier: Die große Lust auf den Titel

Trier : Die große Lust auf den Titel

Die Fußball-Bezirksliga im Wintercheck, Teil 1: Die Aufstiegskandidaten Auw, Schweich, Wallenborn und Bitburg über das Saisonfinale.

Nur wenige Wochen herrschte in der Liga weihnachtliche Ruhe, nun drängen die Bezi-Kicker wieder auf die winterlichen Spielwiesen. Die Konstellation an der Tabellenspitze könnte spannender nicht sein. Auw führt knapp vor Schweich und Wallenborn, dahinter läuft sich Bitburg schon für die finale Aufholjagd warm. Im ersten Teil des TV-Winterchecks steht das Führungsquartett auf dem Prüfstand.

SG Schneifel Auw

Mit zwei Punkten Vorsprung vor der Schweicher Mosella feierte Wintermeister Auw den Jahreswechsel an der Spitze, schon am 22. Februar will der Spitzenreiter im vorgezogenen Spiel gegen Schlusslicht Buchholz die Erfolgsstory weiterschreiben. „Wir wollen den Karnevalsterminen aus dem Weg gehen“, begründet Trainer Jörg Stölben den Frühstart seiner Elf.

Zugang: Maximilian Lenerz (FC Bitburg)

Abgang: Jan Leiendecker (pausiert)

Die Lage aus der Sicht des Trainers: „Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten nicht zu träumen gewagt, dass wir zur Winterpause ganz oben stehen. Meine junge Mannschaft ist gut in die Saison gekommen, hat eine tolle Entwicklung genossen und viele Spiele verdient gewonnen. Die Partien gegen unsere Mitkonkurrenten aus Bitburg und Schweich haben wir nur verloren, weil wichtige Leute gefehlt haben.“ Diese beiden Clubs zählt Stölben auch zu den härtesten Konkurrenten im Titelkampf.

Ziele: Stölben: „Wir wollen eine erfolgreiche Rückrunde spielen und unsere Spitzenposition mit aller Macht verteidigen. Besonders Mannschaften die im Abstiegskampf stecken, haben sich als unbequem erwiesen. Wenn meine Jungs sich weiterentwickeln, ist ein Platz unter den ersten drei denkbar. Natürlich wecken unsere gute Leistungen in der Hinrunde Hoffnungen auf mehr“.

Personal: „Es ist sehr schade, dass Jan Leiendecker aus privaten Gründen zur Winterpause aufgehört hat. Aktuell hat sich Klaus Hamper am Knie verletzt. Unser Neuzugang Max Lenertz hatte bei seinem bisherigen Club in Bitburg großes Verletzungspech. Ich kenne ihn aus der Jugend bei Eintracht Trier und vom Stützpunkttraining. Er ist technisch sehr versiert.“

Tops und Flops:

Top: Top für Stölben ist die Entwicklung seiner junger Spieler. „Es herrscht gute Stimmung, das Arbeitsumfeld ist optimal, es herrscht eine positive Stimmung“.

Flop: Geärgert hat Stölben die 1:2 Heimniederlage gegen Ruwertal kurz vor der Winterpause.

TuS Mosella Schweich

Der Blick geht nicht zurück im Zorn: Am Finalspieltag der letzten Saison verspielte die Mosella auf den letzten Drücker mit dem Remis gegen Ruwertal die Meisterschaft und verpasste den Wiederaufstieg in die Rheinlandliga. In der neuen Runde will die Mosella das Versäumte nachholen und steht als Tabellenzweiter knapp hinter Auw.

Zugang: Mike Wagner (Ralingen)

Abgang: keiner

Die Lage: Trainer Jochen Weber: „Wir können stolz sein auf unsere Jungs, die nach dem Tiefschlag beim letzten Saisonfinale glänzend wiedergekommen sind und wieder Tuchfühlung zur Spitze haben. Wir werden in diesem Jahr erneut versuchen, aufzusteigen. Wir sind gut gerüstet und hochmotivert.“

Ziele: „Wir wollen es in diesem Jahr packen, allerdings erwartet uns im Titelkampf harte Konkurrenz. Auw ist bisher konstant in seinen Leistungen, Wallenborn und Ruwertal sind formbeständig, und Bitburg ist bei seiner Aufholjagd alles zuzutrauen“.

Personal: „In der Winterpause haben wir mit Mike Wagner aus Ralingen ein junges Torwarttalent verpflichtet. Insgesamt ist der Kader breiter aufgestellt. Allerdings wird Max Gäbler wegen einer anstehenden Operation länger ausfallen“. Andre Steffgen hat aufgehört, und Philipp Seeberger ist weggezogen.

Tops und Flops:

Tops: „Das Positive überwiegt. Endlich haben wir es geschafft, die Gegentor-Rate zu reduzieren. Statt der 40 Tore im letzten Jahr haben wir in den ersten 17 Spielen der neuen Saison nur 18 zugelassen. Wir sind ein junges Team mit guten Charakteren, die uns zeigen, dass es wir es nachhaltig geschafft haben, junge Spieler an das Liga-Niveau heranzuführen“.

Flop: „Wir müssen noch gieriger nach Erfolgen werden. Wir dürfen nicht so viele Punkte gegen Mannschaften von unten abgeben“.

SG Wallenborn

Wundertüte Wallenborn! In den vergangenen Jahren fast schon traditionell als Abstiegskandidat unterwegs, überraschte die Elf von Trainer Stephan Zimmer in der laufenden Runde mit einem dritten Podestplatz zur Winterpause. Ein Zufall ist der Ausflug in die höheren Gefilde der Liga aber keineswegs.

Die Lage: Frühlingsgefühle im Winter: Zwölf Siege in den ersten 17 Saisonspielen sorgten für einen ungeahnten Höhenflug der Eifeler, ein zündender Angriff sorgte trotz verbesserungswürdiger Abwehr für den Aufschwung beim Liga-Dino. Glücksgefühle machten sich auch bei Trainer Stephan Zimmer breit. „Im vorigen Jahr hatten wir noch andere Sorgen, da haben wir bis zum Schluss gegen den Abstieg gekämpft. In dieser Saison werden wir wohl nicht mehr in Gefahr geraten. Eigentlich haben wir unser Ziel Klassenerhalt schon erreicht. Wir wollen aber ausloten, was noch geht.“

Ziele: „Nach der guten Hinrunde wollen wir unseren Platz unter den fünf besten Teams in der Liga verteidigen. Es ist schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass wir gegenüber starken Teams wie Neuerburg bereits zehn Punkte Vorsprung haben“.

Personal: Großes „Hallo“ zur Winterpause: Aus Ellscheid kehrte das 20-jährige Wallenborner Eigengewächs Patrick Schmitz zurück. Schmitz soll das defensive Mittelfeld verstärken. Abgänge gab es keine.

Tops und Flops:

Top: „Die Mannschaft hat eine gute Entwicklung genommen, und wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Rückkehr von Andreas Hesslein erweist sich immer mehr als großer Gewinn. Er ist für uns wie ein Sechser im Lotto; nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben“, sagt Zimmer.

Flop: „Flops haben wir in den letzten Jahren genügend produziert; dieses Jahr muss es mal ohne gehen.“

FC Bitburg

Die Rolle als belebendes Element in der Liga ist dem FC Bitburg nicht fremd, doch in dieser Saison richten sich verstärkt alle Augen auf die Bierstädter. Schafft es die Truppe um Fabian Ewertz nach völlig verpatztem Saisonstart noch mal zurück in den Titelkampf?

Zugänge: Robin Strellen (Beggen/Luxemburg)

Abgänge: Dominik Braun (RW Wittlich), Maximilian Lenertz (Auw)

Die Lage: Mit einer Serie von 34 Punkten aus ungeschlagenen zwölf Spielen pirschte sich der FC Bitburg nach dem Stolperstart an die Spitzengruppe heran. Der Abstand zum Herbstmeister beträgt fünf Punkte.

Ziele: Das Ziel hat der FCB klar definiert: „Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden. Wir wollen unsere Riesenaufholjagd krönen und die Saison erfolgreich zu Ende spielen. Es ist für uns nicht mehr unmöglich, aufzusteigen. Ich will das Maximum aus der Mannschaft herausholen. Wir haben die Qualität, es zu schaffen, und wenn wir so weitermachen, werden wir bis zum letzten Spieltag für Spannung im Titelkampf sorgen“, sagt Ewertz.

Personal:

Aus dem luxemburgischen Beggen kehrte Torwart Roben Strellen zu seinem Heimatverein zurück. Er kompensiert damit den Weggang von Dominik Braun zu RW Wittlich. Pascal Alff und Arthur Hartwick haben nach Verletzungen das Training wiederaufgenommen. Auch Andreas Neuerburg steht wieder auf dem Sprung.

Tops und Flops:

Top: „Wir sind nach einem verkorksten Start wieder zurückgekommen und haben in zwölf ungeschlagenen Spielen das Optimale herausgeholt. Qualität und Einstellung stimmen seither, und wir gehen motiviert und konzentriert in den Titel-Endkampf“, sagt Ewertz.

Flop: Für den Bitburger Trainer war der Stolperstart eine große Enttäuschung. Aus den ersten fünf Spielen wurde lediglich ein Remis geholt.