| 20:21 Uhr

Kaiserslautern
Ein Eigengewächs soll’s richten

Sascha Hildmann gestern und heute: Das Foto oben links zeigt den Spieler Hildmann (links) 1997 im Duell mit Pavel Kuka. Inzwischen ist der 46-Jährige Trainer – er hat gestern bei den Roten Teufeln als neuer Übungsleiter angeheuert.
Sascha Hildmann gestern und heute: Das Foto oben links zeigt den Spieler Hildmann (links) 1997 im Duell mit Pavel Kuka. Inzwischen ist der 46-Jährige Trainer – er hat gestern bei den Roten Teufeln als neuer Übungsleiter angeheuert. FOTO: dpa / Andreas Gebert
Kaiserslautern. Fußball: Sascha Hildmann lenkt künftig die sportlichen Geschicke beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Der 46-Jährige muss den tief gefallenen Traditionsverein schnell auf Kurs bringen.

In der sportlichen Not hat sich der 1. FC Kaiserslautern auf seine Wurzeln besonnen und Eigengewächs Sascha Hildmann als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der 46-Jährige, der am Donnerstag als Nachfolger des freigestellten Michael Frontzeck offiziell vorgestellt wurde, soll den Fußball-Drittligisten in die Erfolgsspur zurückführen. „In den Gesprächen hat er uns inhaltlich voll überzeugt. Mit seiner Emotionalität und seinem Fachwissen ist er in unserer jetzigen Situation der richtige Trainer für den FCK“, begründete Geschäftsführer Martin Bader die Wahl.

Bei seiner erst zweiten Station im Profifußball nach dem Anfang Oktober vorzeitig beendeten Engagement beim Ligarivalen SG Sonnenhof Großaspach steht der gebürtige Lauterer, der einen Vertrag bis zum Sommer 2020 erhielt, vor einer Herkulesaufgabe. Denn trotz 13 Zählern Rückstand zur Tabellenspitze hält der Verein am Saisonziel fest: Der direkte Wiederaufstieg muss aus sportlicher und finanzieller Sicht gelingen.

Hildmann, der als Spieler alle Nachwuchsmannschaften der Roten Teufel durchlief und 112 Partien für die zweite Mannschaft absolvierte, sammelte nach seiner aktiven Karriere ab dem Jahr 2011 erste Erfahrungen als Trainer beim Regionalligisten SC 07 Idar-Oberstein und Oberligisten SC Hauenstein. Nach dem erfolgreich bestandenen Fußballlehrer-Lehrgang 2014/15 war er als Trainer in den Nachwuchsleistungszentren der SV Elversberg und des 1. FSV Mainz 05 tätig, eher er im Sommer 2017 das Team von Großaspach übernahm.

Schon am Samstag (14 Uhr) steht er im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers vor seiner ersten Bewährungsprobe beim 1. FC Kaiserslautern. Die Aufgabe will er mit Enthusiasmus anpacken. „Der FCK ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Es war immer ein Traum von mir, hier als Trainer tätig sein zu dürfen“, sagte er bei seiner Präsentation.

Viel Zeit zur Eingewöhnung bleibt ihm nicht. Der immense Rückstand zur Tabellenspitze und eine verunsicherte Mannschaft, die zuletzt in Unterhaching mit 0:5 unterging, wurden seinem Vorgänger Frontzeck nach zehn Monaten im Amt zum Verhängnis. Schnellstmöglich muss Hildmann den viermaligen deutschen Meister nach dem erstmaligen Sturz in die Drittklassigkeit wieder auf Kurs bringen. Zumal der Vorsprung zu den Abstiegsplätzen derzeit nur noch vier Punkte beträgt.

Für sein Debüt gab Hildmann das Motto aus: „Wir wollen offensiven und mutigen Fußball spielen. Jedoch mit Bedacht, die Mannschaft ist verunsichert. Ich will ihr zwei bis drei Systeme an die Hand geben, um auch während des Spiels für Überraschungen sorgen zu können.“

Verzichten muss er dabei auf die verletzten Lukas Spalvis (Knorpelschaden), Dylan Esmel (Kreuzbandriss) und Jan Löhmannsröben (Knieprobleme).