Fußball: Ein Unikat wird 70

Fußball : Ein Unikat wird 70

Fußball: Walter Lutz führte den SV Krettnach einst in die Verbandsliga.

(L.S.) Walter Lutz besitzt eine Affinität für Statistiken und Zahlen. Im regionalen Fußball ist der langjährige Trainer, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, eine große Nummer. Das war schon als Spieler so. In 18 Jahren für den SV Tälchen Krettnach erzielte Lutz in 550 Punktspielen 236 Tore. Davor waren es für den Konzer Stadtteilclub FC Könen immerhin auch 100 Tore in drei Spielzeiten. Fragt man den mittlerweile betagten, aber immer noch sehr fitten Rentner nach seinen Spielen als Trainer, muss er passen. Um die 1000 Spiele dürften es gewesen sein. Dem pflichtet Dietmar Hürter bei. Hürter ist der Schwiegersohn und selbst ein gestandener Trainer beim SV Ayl. Hürter spricht von 34 Trainerjahren, die Lutz auf dem Buckel hat: „Seine Trainingsmethoden waren nicht die eines Felix Magath, sondern eher spielerfreundlich. Schließlich verbrachte er 18 Jahre als Spielertrainer und anschließend zwei weitere Jahre komplett an der Seitenlinie beim SV Krettnach.“ So ließ Lutz seine Spieler Überlieferungen zufolge nie länger als zwölf Minuten am Stück laufen. Der Erfolg gab ihm recht. Von der C-Klasse ging es damals hinauf bis in die Verbandsliga – der 70-Jährige hat großen Anteil daran, dass der Verein heute noch einen ausgezeichneten Ruf in der Region genießt, auch wenn die glorreichen Zeiten längst vorbei sind. In seinen acht Verbandsligajahren spielte der SVK gegen klangvolle Namen – wie die TuS Koblenz. Die Erinnerung an ein besonderes Auswärtsspiel ist ihm heute noch frisch. Auf dem Koblenzer Oberwerth war in deren Stadionzeitung nur über die Höhe des Sieges der TuS spekuliert worden, zumal bei den Koblenzern ein 78-facher chinesischer Nationalspieler spielte. Am Ende feierte die Tälchen-Elf einen sensationellen 3:2-Erfolg. Für Lutz war übrigens jedes Auswärtsspiel im Koblenzer Raum ein Familienausflug. Nach seiner langen Zeit in Krettnach folgten Stationen in Pellingen/Franzenheim, in Schöndorf und Hentern-Lampaden, bevor er pünktlich zum 60. Geburtstag seine Trainerlaufbahn bei der SG Wincheringen ausklingen ließ. Der heute 70-Jährige sagte schon damals: „Man soll nie nie sagen, aber irgendwann muss man mal eine Pause machen oder ganz aufhören.“ Nun ist es bereits zehn Jahre her, als dem damals 60-Jährigen von seinem Verein eine Dauerkarte auf Lebenszeit ausgehändigt wurde. Die nutzt Lutz noch regelmäßig. Des Weiteren sind ihm seine Familie und die beiden Enkelkinder Lara und KIara sehr wichtig und bringen jede Menge Spaß. Ab und an geht er Boule spielen in Niedermennig. Nach einem Leben für den Fußball ist Lutz eben auf den Geschmack gekommen.