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Oberhof
Ein Warnschuss zum Schluss

 Es lief schon mal besser: Simon Schempp belegte mit der deutschen Männer-Staffel nur Rang acht.
Es lief schon mal besser: Simon Schempp belegte mit der deutschen Männer-Staffel nur Rang acht. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Oberhof. Ohne Sieg haben die deutschen Skijäger den Biathlon-Weltcup in Oberhof beendet. Es gab Lichtblicke, am Ende jedoch patzte die Männer-Staffel.

Für Deutschlands Biathlon-Männer war es ein Warnschuss im strömenden Regen, die Skijägerinnen kämpften sich in Oberhof von ganz unten bis fast nach ganz oben. Die ohne Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier laufende Frauen-Staffel wurde nach einem historisch schwachen Weltcup-Auftakt am Final-Sonntag nur von Russland geschlagen. Das in Bestbesetzung laufende Männer-Quartett dagegen kam nach starkem Beginn beim Sieg der Russen nur auf Rang acht.

„Auf alle Fälle bleibt mal das Positive hängen, dass wir sehr, sehr ordentliche Wettkämpfe gemacht haben in den Einzelkonkurrenzen. Auch mit einer Rehabilitation der Damen“, bilanzierte Chef-Bundestrainer Mark Kirchner. „Wir werden in dieser Woche in Ruhpolding wieder angreifen“, kündigte Arnd Peiffer an.

Einen Tag, nachdem der Olympiasieger als Verfolgungszweiter für Jubelstürme in der Rennsteig-Arena gesorgt hatte, ging über die 4x7,5 Kilometer nicht viel. Erik Lesser, Simon Schempp, Peiffer und Benedikt Doll benötigten 17 Nachlader, Schempp und Peiffer mussten in die Strafrunde. „So macht es wenig Sinn“, sagte Massenstart-Weltmeister Schempp, der auch im Sprint schwächelte und die Qualifikation für den Verfolger nicht geschafft hatte. Möglicherweise legt er eine Pause ein. Wenigstens Lesser hatte Grund zur Freude – der 30-Jährige war am Vortag erstmals Vater geworden.

Das Frauen-Team vergab den ersten Staffel-Sieg in Oberhof seit 2008 beim letzten Schießen. Karolin Horchler, Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Denise Herrmann lagen nach zwei Strafrunden und zehn Nachladern 33,5 Sekunden hinter den Russinnen, die in einer kuriosen Staffel mit vielen Stürzen lediglich acht Reservepatronen benötigten.

„Das macht Mut für die nächsten Rennen“, sagte Franziska Preuß. Angesichts der Wetterlage in der Heimat sagte die in Ruhpolding lebende 24-Jährige: „Ich bin mal gespannt, wie viel Schnee wir zu Hause noch schippen müssen.“ Am Mittwoch in der Chiemgau-Arena werden Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier und Staffel-Weltmeisterin Vanessa Hinz im Frauen-Sprint wieder dabei sein.

Beim erneuten Oberhof-Sieg der Italienerin Lisa Vittozzi hatte sich Franziska Preuß in der Verfolgung um 39 Ränge auf Platz sechs vorgekämpft. Auch Denise Herrmann (Platz 9) und Karolin Horchler (11) sowie Franziska Hildebrand (24) verbesserten sich. Und hätte Herrmann in der Staffel beim letzten Schießen nicht gleich zwei Strafrunden drehen müssen, dann wäre der erste Saison-Sieg unter Dach und Fach gewesen.

Im WM-Ort von 2023 schaffte es Peiffer als Zweiter in der Verfolgung hinter dem überragenden Norweger Johannes Thingnes Bö (sieben Siege in zehn Rennen) sogar auf das Podest.

Von den vier deutschen Podestplätzen in diesem Winter hat er damit zwei geholt.