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Flensburg
Flensburg in Feierlaune

Elf Spiele, elf Siege: Die SG Flensburg-Handewitt (im Bild Lasse Svan) hat gut lachen.
Elf Spiele, elf Siege: Die SG Flensburg-Handewitt (im Bild Lasse Svan) hat gut lachen. FOTO: dpa / Axel Heimken
Flensburg. Handball-Bundesliga: Der Vorjahresmeister legt schon wieder los wie die Feuerwehr und bejubelt einen Startrekord.

Die Fans skandierten „Die Nummer eins im Land sind wir“, und die gestandenen Kerle aus dem hohen Norden hüpften wie kleine Kinder über das Parkett. Der ausgelassene Jubel der Flensburger Handballer nach dem ebenso knappen wie verdienten 26:25-Sieg im Topspiel gegen den SC Magdeburg trug fast schon meisterliche Züge.

Doch obwohl der Titelverteidiger mit 22:0 Punkten weiter ungeschlagen durch die Bundesliga marschiert, bremste SG-Trainer Maik Machulla nach dem Handball-Krimi mit Happy End umgehend die Euphorie. „Es sind erst elf Spiele gespielt“, warnte der 41-Jährige.

Sowohl Magdeburg (20:4) als auch Rekord-Champion THW Kiel (18:4) haben schon vier Minuspunkte mehr auf dem Konto als der Meister, der dank seines Saisonstartrekordes auch Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen (17:3) weiter auf Distanz hält. „Wir sind superglücklich, dass wir da stehen, wo wir stehen. Das gibt uns Sicherheit, das gibt uns Selbstvertrauen. Das gibt uns auch Zeit und Ruhe, weiter mit der Mannschaft zu arbeiten“, sagte Machulla über die derzeit komfortable Situation.

Damit hatte vor der Saison kaum jemand gerechnet, nachdem die Flensburger im Sommer den Abgang von sechs Leistungsträgern verkraften mussten. Der personelle Umbruch wurde bislang problemlos bewältigt. „Wir haben eine erste Sieben, die funktioniert, das macht Spaß“, stellte Machulla zufrieden fest.

Allerdings räumte der SG-Trainer auch ein: „Man sieht phasenweise, wenn die Neuen reinkommen, dass gewisse Abläufe noch nicht so da sind.“

Gut zwei Wochen nach dem bitteren Aus gegen Magdeburg im Pokal-Achtelfinale schmeckte der Sieg besonders süß. Und er war völlig verdient, wenn auch am Ende etwas Glück dabei war: SCM-Rechtsaußen Robert Weber, mit zwölf Toren überragender Mann des Abends, traf mit dem letzten Wurf des Spiels nur den Pfosten. „Wir hätten den Punkt gerne mitgenommen. Deswegen tut das jetzt schon verdammt weh“, sagte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert über die zweite Saison-Niederlage.

Trotz der gelungenen Pokal-Revanche kamen bei den Flensburgern keine Meisterträume auf. „Wir versuchen, auf dem Boden zu bleiben“, sagte SG-Kapitän Tobias Karlsson und mahnte: „Für uns ist es wichtig, den Fokus die ganze Zeit auf der Leistung zu haben und nicht auf etwas anderem.“

Schon in zweieinhalb Wochen kommt es zum nächsten Handball-Gipfel: Am 19. November gastiert Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen in der „Hölle Nord“. Unabhängig vom Ausgang dieser Partie erwartet Fernsehexperte Stefan Kretzschmar eine spannende Rückrunde, in der die Flensburger gegen alle drei Titelrivalen auswärts antreten müssen.