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Leipzig/Leverkusen/Frankfurt
Frankfurts Adler sind nicht aufzuhalten

Der frühe Adler fängt den Wurm: Luka Jovic (rechts) traf schon in der zweiten Minute zum 1:0 für Frankfurt.
Der frühe Adler fängt den Wurm: Luka Jovic (rechts) traf schon in der zweiten Minute zum 1:0 für Frankfurt. FOTO: dpa / Arne Dedert
Leipzig/Leverkusen/Frankfurt. Fußball-Europa-League: Leipzig droht das Aus. Pole Position für die Eintracht und Leverkusen.

Frankfurt und Leverkusen an der Spitze, Leipzig vor dem Aus. Das deutsche Trio in der Europa League geht aus unterschiedlicher Ausgangslage in das Gruppenfinale am 13. Dezember. Nach der erneuten Niederlage im Red-Bull-Duell mit Salzburg können die Leipziger die K.o.-Runde nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.

Ralf Rangnick, Trainer von RB Leipzig, tat jedoch so, als sei das alles gar nicht so ärgerlich und bitter. „Grundsätzlich verliert keiner gerne, für mich ist es aber nicht besonders schmerzhaft hier zu verlieren. Wir haben nichts dagegen, noch ein bisschen länger in der Europa League zu spielen, unsere Priorität liegt ganz klar auf der Bundesliga.“

Dass für die auf Rang drei abgerutschten Leipziger ausgerechnet die Schützenhilfe der Salzburger nötig ist, macht den letzten Spieltag in der Gruppe B zu einer pikanten Angelegenheit. Nur wenn die Österreicher beim Zweiten Celtic Glasgow gewinnen und Leipzig zu Hause das punktlose Schlusslicht Trondheim schlägt, bleibt dem Rangnick-Team ein peinliches Aus erspart. „Es wäre schade, wenn es zu Ende gehen würde“, meinte Angreifer Timo Werner. „Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das tut am meisten weh“, pflichtete Teamkollege Konrad Laimer nach dem 0:1 in Salzburg bei.

Anders als für die Leipziger wird der Wettbewerb für Eintracht Frankfurt mehr und mehr zu einer inspirierenden Angelegenheit. „Europas beste Mannschaft – SGE“, skandierten die Fans der Adler nach dem 4:0 über Olympique Marseille. Selbst der stets zurückhaltende Adi Hütter ließ sich am Ende eines magischen Fußball-Abends von der euphorischen Stimmung mitreißen. „Wir haben wieder ein absolutes Spektakel erleben dürfen. Olympique Marseille mit 4:0 aus dem Stadion zu schießen, ist schon etwas Besonderes“, lobte der Trainer.

Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel machten die Hessen vorzeitig den Sieg in der Gruppe H perfekt. Sie scheinen bei ihrem sportlichen Höhenflug derzeit keine Grenzen zu kennen. Der Erfolg gegen Marseille war bereits das elfte Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage – bei zehn Siegen. „Wir sind extrem hungrig und hochmotiviert“, sagte Mittelfeldspieler Danny da Costa.

Weniger berauschend als in Frankfurt ging es bei Bayer Leverkusen zu. Immerhin erhöhte Mitchell Weiser mit seinem Traumtor zum 1:1 (0:0) gegen den bulgarischen Meister den Unterhaltungswert der über weite Strecken tristen Partie. Sein Kunstschuss aus spitzem Winkel in der 85. Minute erinnerte an den legendären Treffer des Niederländers Marco van Basten im EM-Finale 1988. „Ich habe versucht, den Ball vors Tor zu bringen. In der Hoffnung, dass noch einer den Kopf drankriegt. Aber er ist ja auch so reingegangen. Das war ein bisschen glücklich“, kommentierte Weiser den vielleicht schönsten Treffer seiner bisherigen Karriere.

Weil sich der FC Zürich ein 1:2 gegen AEK Larnaka leistete, blieben die Leverkusener an der Spitze der Gruppe A und können in zwei Wochen mit einem Sieg auf Zypern die Führung behaupten. Trainer Heiko Herrlich hatte gemischte Gefühle. „Leider ist es uns nicht gelungen, das Spiel zu gewinnen“, sagte er: „Aber mit dem 1:1 können wir leben. Ein Fußball-Leckerbissen war es freilich nicht.“

Die deutschen Spiele im Überblick

Eintracht Frankfurt - Olympique Marseille 4:0 (2:0)

Eintracht Frankfurt: Trapp - M. Russ, Hasebe, Falette - G. Fernandes - da Costa, Tawatha (63. Kostic) - Gacinovic, Willems - Jovic (79. N. Müller), Haller (72. Rebic)
Olympique Marseille: Pelé - Hubocan, Kamara, Caleta-Car, Amavi (79. Rocchia) - Sarr, Lopez (61. Rolando), Luiz Gustavo, Radonjic - Mitroglou, Germain (64. Chabrolle)

Schiedsrichter: John Beaton (Schottland), Zuschauer: 47 000 (ausverkauft), Tore: 1:0 Jovic (2.), 2:0 Luiz Gustavo (17./Eigentor), 3:0 Sarr (62./Eigentor), 4:0 Jovic (67.)

Bayer Leverkusen - Ludogorez Rasgrad 1:1 (0:0)

Bayer Leverkusen: R. Özcan - Weiser, Retsos (34. Baumgartlinger), Dragovic, Wendell - Ch. Aranguiz (63. L. Bender) - Schreck (73. Havertz), Paulinho, Alario, Bailey - Thelin
Ludogorez Rasgrad: Renan - Cicinho, Terziew, Moti, R. Forster, Sasha (89. Bakalov) - Wanderson, Dyakow, Goralski, da Silva Araújo (63. Marcelinho) - ?wierczok (82. Nedyalkov)

Schiedsrichter: Dennis Higler (Niederlande), Zuschauer: 16 066, Tore: 0:1 Marcelinho (69.), 1:1 Weiser (85.)

RB Salzburg - RB Leipzig 1:0 (0:0)

RB Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer - Schlager, Wolf (87. Daka), Samassékou, Junuzovic - Dabbur (90.+2 Prevljak), Gulbrandsen (76. Minamino)
RB Leipzig: Mvogo - Ilsanker, Orban, Upamecano - Mukiele (70. Klostermann), Laimer, Bruma, Saracchi (78. Halstenberg) - Matheus Cunha, Werner, Augustin (62. Poulsen)

Schiedsrichter: Orel Grinfeld (Israel) Zuschauer: 29 520 (ausverkauft), Tor: 1:0 Gulbrandsen (74.)