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Kaiserslautern
Fußball: Neuer Tiefpunkt und Trainersuche beim FCK

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Kaiserslautern. Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern ist nach der Beurlaubung von Michael Frontzeck schon wieder auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer. Nach genau zehn Monaten im Amt wurde dem 54-Jährigen die jüngste Misere mit nur einem Punkt aus vier Partien zum Verhängnis.

Die 0:5-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching am Freitagabend sowie der immer größer werdende Rückstand zu den Aufstiegsplätzen sorgten dafür, dass sich Geschäftsführer Martin Bader am Samstag zum Handeln gezwungen sah. Es ist ein neuerlicher Tiefpunkt in der großen Historie des Fritz-Walter-Clubs.

Einen Nachfolger wollen die Pfälzer zeitnah präsentieren. Die Übungseinheiten werden von diesem Montag an zunächst von Co-Trainer Alexander Bugera geleitet. Doch am Samstag gegen die Würzburger Kickers wird der Ex-Profi kaum auf der Bank sitzen, denn diese Variante ging bereits einmal schief: Als Norbert Meier im September 2017 entlassen wurde, übernahm Bugera für ein Spiel das Zepter und ging bei Union Berlin mit 0:5 unter.

Die Anzeichen, wohin der Weg der Lauterer unter Frontzeck gehen könnte, waren bereits seit Monaten offensichtlich. Schon nach dem Fehlstart in die Saison und der blamablen Leistung beim 0:2 in Halle am vierten Spieltag kamen größere Zweifel auf, dass das Ziel Wiederaufstieg in dieser Konstellation zu erreichen ist.

Doch Bader hielt zu Frontzeck, stärkte ihm bis zuletzt den Rücken, er wollte auf Kontinuität setzen. Schließlich haben allein in den vergangenen drei Jahren fünf Trainer den Niedergang des viermaligen deutschen Meisters nicht aufhalten können.

Doch der Trainerwechsel jetzt kommt möglicherweise zu spät. Im Existenzkampf des Traditionsvereins könnte wichtige Zeit verspielt worden sein. Vom Ziel Wiederaufstieg kann kaum noch gesprochen werden. Der Blick muss nach unten gehen, denn die Abstiegszone ist nur vier Punkte entfernt. Angesichts des Top-Kaderbudgets von 5,5 Millionen Euro eine erschreckende Zwischenbilanz. Der Druck wächst auf den langjährigen Nürnberger Manager Bader, der von der Qualität seines Kaders aber weiter überzeugt ist.
„Die jüngsten Entwicklungen, nicht zuletzt die Leistung beim 0:5 in Unterhaching, haben uns dazu bewogen, neue Impulse zu setzen. Diese Entscheidung ist uns schwergefallen, zumal wir nach den Siegen gegen Uerdingen und in Aalen eine positive Entwicklung beobachten konnten“, begründete Bader die Entscheidung.

Frontzeck hatte in Kaiserslautern den Posten vom erkrankten Jeff Strasser im Februar 2018 übernommen, konnte den erstmaligen Abstieg in die Drittklassigkeit aber nicht mehr verhindern. Zuletzt ließ ihn auch noch die Mannschaft mit fatalen Fehlern und Unaufmerksamkeiten im Stich.

Dennoch wirkte es auch öfter so, als ob die Mannschaft nicht wisse, was sie zu tun hatte. Ein klares fußballerisches Konzept und eine taktische Ausrichtung waren bis zuletzt nicht zu erkennen. Aus Kreisen der Mannschaft verlautete, sie habe eine Spielidee vermisst, mit der sie sich hätte identifizieren können.

(dpa)