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São Paulo
„Hülks“ Hommage

Nico Hülkenberg hat eine besondere Beziehungs zum Formel-1-Grand-Prix in Brasilien.
Nico Hülkenberg hat eine besondere Beziehungs zum Formel-1-Grand-Prix in Brasilien. FOTO: dpa / Uli Deck
São Paulo. Nico Hülkenberg schwärmt von der Strecke. Alonso genießt seine Abschiedstournee. Vettel und Hamilton erkennen  keinen Titelverschleiß. Impressionen vor dem Formel-1-Grand-Prix in Interlagos.

Schon die Annäherung an das Autódromo José Carlos Pace ist irgendwie anders. „Es ist nicht die normale Anfahrt zu einer normalen Strecke, sondern an der Favela vorbei. Man merkt einfach das Magische, dass hier viele Geschichten geschrieben worden sind, Meisterschaften entschieden worden sind“, beschrieb Nico Hülkenberg dieses Besondere an der Rennstrecke in Interlagos im Südwesten von São Paulo.

2010 raste der damalige Formel-1-Fahranfänger dort in einem Williams sensationell zu seiner ersten Pole Position. Bis zum heutigen Tag blieb es seine einzige. 2012 und 2014 sammelte der aktuelle Renault-Pilot mit Spitznamen Hülk“ dann auch Führungsrunden. Diese Strecke halte für ihn „besondere Erinnerungen“ parat, sagte Hülkenberg.

Für Fernando Alonso gilt das auch. Beim Grand Prix von Brasilien muss er an seine glorreiche Vergangenheit denken. 2005 und 2006 sicherte sich der Spanier in São Paulo als jüngster Fahrer jeweils die Formel-1-WM. Das ist lange her. Jahre mit Karriere-Fehltritten später ist Alonso noch immer zweimaliger Weltmeister. Mehr nicht.

„Als ich ein Junge war, habe ich niemals daran gedacht, mal einen Formel-1-Wagen zu fahren oder sogar ein Rennen zu gewinnen. Deshalb übertreffen die beiden Titel schon meine Träume. Ich glaube schon, dass ich drei oder vier Titel mehr hätte gewinnen können. Ich glaube aber, wichtiger ist es, dass ich mir den Respekt der Formel-1-Gemeinschaft erworben habe“, erzählte Alonso in Brasilien. Mit diesem Respekt verabschiedet sich Alonso Ende dieses Jahres aus der Formel 1. In welcher Rennserie es weitergeht, ist noch unbekannt.

Zwei WM-Titel hat Sebastian Vettel dem Asturier voraus. Weltmeisterschaft Nummer fünf will er endlich mit Ferrari feiern. Doch auch in seiner vierten Saison mit der Scuderia hat es für den Heppenheimer nicht geklappt. Michael Schumacher, Vettels Vorbild, schaffte es schließlich in seinem Ferrari-Jahr Nummer fünf. „Ich habe hier noch immer eine Mission und will gewinnen“, stellte Vettel klar. Die erneute Niederlage gegen Lewis Hamilton werde wohl auch in der Winterpause noch schmerzen. „Aufgeben ist aber keine Option“, versicherte Vettel.

Ein Ende seiner eigenen Titelgier sieht auch Hamilton nicht. 2019 wird er hinter Kimi Räikkönen der zweitälteste Fahrer im Feld sein, mit dann 34 Jahren. Junge Piloten drängen nach. Auch Vettel weiß das nur zu gut, schließlich wird der erst 21-jährige Charles Leclerc sein neuer Teamkollege und löst den noch 39-jährigen Räikkönen ab.

„Ich erkenne ein bisschen von mir in ihnen wieder“, meinte Hamilton über die nächste Formel-1-Generation. Der Brite war ja selber mal ein Einsteiger, 2007 war das, und damals holte er fast auf Anhieb den Titel. Den Hunger nach Erfolg aus seiner Sturm-und-Drang-Zeit habe er noch immer, beteuerte er. Außerdem komme ja noch die Erfahrung hinzu, das sei eine starke Paarung. Man kann ihm nicht widersprechen.