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Klasse
„Ich kann nur Kultur!“

Teneka Beckers lebt in Dudeldorf und leitet die Tuchfabrik in Trier.
Teneka Beckers lebt in Dudeldorf und leitet die Tuchfabrik in Trier. FOTO: TV / Björn Pazen
DUDELDORF. Wie die Burgherrin von Dudeldorf die Trierer Tufa wieder auf Vordermann brachte. red

Teneka Beckers ist die Geschäftsführerin der Trierer Tuchfabrik (Tufa) und wohnt mit ihrer Familie auf der Burg Dudeldorf nahe Bitburg. Die Exzellenzkursteilnehmer interviewten die Kulturmanagerin und hatten die Möglichkeit, mehr über ihre facettenreiche Arbeit zu erfahren.

Für Teneka Beckers war Kultur schon immer sehr wichtig. Bereits in ihrer Schulzeit wurde sie durch ihr Umfeld kulturell geprägt. Daher war ihr früh klar, dass sie sich auch beruflich in diese Richtung orientieren wollte. Sie studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Musikwissenschaften in Köln und lebte anschließend für einige Jahre in Berlin. Im Jahr 2001 wurden Beckers und ihr Mann durch eine Zeitungsanzeige auf die Burg Dudeldorf aufmerksam. Sie entschieden sich, aus der  Hauptstadt in die Eifel zu ziehen und dort ihren Traum „Kultur aufs Land zu bringen“ zu verwirklichen. Neben zahlreichen kulturellen Veranstaltungen findet im Garten der Burg alljährlich das beliebte Trecker-Kino statt.

Seit 2007 leitet Beckers das Kulturzentrum Tuchfabrik (Tufa) in Trier. Trotz einer schwierigen Ausgangslage ließ sie sich nicht entmutigen, denn „man wächst mit seinen Herausforderungen“. Diese meisterte Beckers gemeinsam mit ihrem Team mit Erfolg und belebte so die Tufa wieder, die heute als klassisches Theater und kulturelles Veranstaltungshaus bekannt ist. Beckers: „Aber die Tufa ist viel mehr als das.“ Mit viel Herzblut begeistert sie Menschen für Kultur, besonders die Jugend ist ihr sehr wichtig. Mit Jugendtheater, Tanzkursen und vielem mehr will sie die Jugendlichen erreichen: „Wer Kultur macht, interessiert sich auch für anderes.“

Beckers zeigt mit ihrer Arbeit, dass auch ohne gemeinsame Sprache Kommunikation möglich ist. So nahm sie die Flüchtlingswelle als Anlass, integrative Projekte ins Leben zu rufen. Die erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft „Kunst-Asyl“ bietet Immigranten die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich in der Bildenden Kunst zu entfalten. Beckers erklärt: „Wir wollen Plattformen bieten, damit Menschen in unserem Haus tätig werden können.“

Sie betreut nicht nur die Künstler und besucht diverse Veranstaltungen, sondern verbringt einen Großteil ihrer Zeit mit klassischen Büro- und Verwaltungsarbeiten. Für Beckers war es nicht immer ganz einfach, Beruf und Familie zu kombinieren, weil sie sich außerdem noch im Gemeinderat Dudeldorf und verschiedenen Vereinen engagiert. Trotz aller Herausforderungen beantwortet sie die Frage, ob sie ihr Leben aus heutiger Sicht anders gestalten würde, wenn sie nochmals die Wahl hätte, mit einem klaren Nein. Beckers ist froh, dass sie sich für diesen Weg entschieden hat, denn sie sagt selbst: „Ich kann nur Kultur.“

Elena Bretz, Pauline Feldges, Laurin Meiers, Susanne Mertes, Anne Schneider, Raphaela Stettner (Oberstufenschüler des St.-Willibrord-Gymnasiums Bitburg), Christian Hoor (Dualer Student der Volksbank Eifel eG)