| 20:08 Uhr

Leverkusen/Leipzig/Frankfurt
Kassieren statt blamieren

Trainer Adi Hütter (links) und Offensivspieler Ante Rebic bilden bei Eintracht Frankfurt ein Erfolgsduo.
Trainer Adi Hütter (links) und Offensivspieler Ante Rebic bilden bei Eintracht Frankfurt ein Erfolgsduo. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Leverkusen/Leipzig/Frankfurt. In der vergangenen Saison machte das deutsche Trio Berlin, Köln und Hoffenheim die Bundesliga in der Fußball-Europa-League zum Gespött. Nun könnten drei andere Bundesligisten geschlossen vorzeitig weiterkommen.

Die Wiedergutmachung nach dem Desaster ist greifbar: Das deutsche Europa-League-Trio kann am heutigen Donnerstag geschlossen und vorzeitig in die K.o.-Runde einziehen und die Blamage aus dem Vorjahr vergessen machen. Während Eintracht Frankfurt am vierten Spieltag ein Sieg bei Apollon Limassol (18.55 Uhr/DAZN) sicher zum Überwintern reicht, brauchen Bayer Leverkusen und RB Leipzig aber auch Schützenhilfe, um bereits nach dem drittletzten Gruppenspiel das Weiterkommen bejubeln zu können.

In der vergangenen Saison war das deutsche Trio Hertha BSC, 1. FC Köln und 1899 Hoffenheim kollektiv in der Gruppenphase gescheitert, der SC Freiburg sogar schon in der Qualifikation. Nun ist Leverkusen im Falle eines Sieges gegen den FC Zürich (21 Uhr/DAZN) vorzeitig weiter, wenn es zeitgleich zwischen Ludogorez Rasgrad und AEK Larnaka keinen Gewinner gibt. RB Leipzig hätte es im Falle eines Erfolges bei Celtic Glasgow (21 U/Nitro) geschafft, wenn Salzburg nicht bei Rosenborg Trondheim verliert.

Leipzig und Frankfurt nehmen Schwung aus ihren jüngsten Erfolgsserien in der Liga mit.

Die Sachsen sind wettbewerbsübergreifend seit sechs Spielen ohne Gegentor, die Hessen seit sieben Partien ungeschlagen. Leverkusen schien nach dem 6:2 in Bremen und dem 5:0 in Mönchengladbach ebenfalls den Turnaround geschafft zu haben, verlor dann aber 1:4 gegen Hoffenheim.

Bayer-Trainer Heiko Herrlich hat keinen Bedarf mehr nach einem weiteren Torfestival mit ungewissem Ausgang. „Ich würde auch mal ein 1:0 nehmen“, sagte er. Mit Siegen gegen Zürich und am Sonntag in Leipzig will Herrlich eine ruhige Länderspiel-Pause sichern.

RB hofft derweil auf sein Abwehr-Bollwerk. „Mittlerweile haben alle Spaß daran, den Laden sauberzuhalten. Die Abwehr ist derzeit die Grundlage für die Erfolge“, lobte Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick. Allerdings hat der Gegner 60 000 Fans im Rücken, die von der ersten bis zur letzten Minute wie eine Wand hinter ihrem Team stehen. „Es ist sehr laut und emotional. Die Fans sind Wahnsinn, keiner sitzt, alle hüpfen“, sagte Mittelfeld-Antreiber Kevin Kampl über die Stimmung. In dieser Saison ist Celtic zu Hause noch ungeschlagen und mittlerweile in Top-Form. Am vergangenen Wochenende bezwang das Team von Trainer Brendan Rodgers Spitzenreiter Hearts of Midlothian in dessen Stadion mit 5:0.

Frankfurt genießt derweil die Ausgangslage, auf der Sonneninsel Zypern nicht auf die Konkurrenz schauen zu müssen. Doch Abwehrspieler Evan Ndicka versprach: „Wir wollen nicht kalkulieren, sondern auf Sieg gehen.“

Jeder Sieg in der Gruppenphase wird von der Europäischen Fußball-Union mit 570 000 Euro honoriert. Hinzu käme neben einem Antrittsgeld von 2,92 Millionen Euro noch eine fixe Bonuszahlung fürs Weiterkommen von mindestens einer Million Euro hinzu. Alle drei deutschen Vereine können sie sich am Donnerstag sichern.