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Presse
Nur magere Worte seitens der EU

Internationale Kommentare zur Syrien-Krise.

Neue Zürcher Zeitung: Tatsächlich kann der Syrien-Konflikt nur politisch gelöst werden, und es ist richtig, wenn die EU versucht, das Momentum für eine Wiederbelebung des diplomatischen Prozesses zu nutzen. Allerdings haben die Europäer in all den mörderischen Jahren des syrischen Bürgerkriegs selbst dann nie mit letzter Konsequenz auf einen Frieden gedrängt, als sich die Folgen des Elends mit der Flüchtlingskrise unmittelbar in Europa manifestierten. Ohne Russland gibt es in Syrien keine Lösung, doch hat die EU den Druck auf Moskau nie spürbar erhöht. (...) Ohne Druckmittel bleibt freilich ihre Glaubwürdigkeit als Friedensstifterin begrenzt.

de Volkskrant (Amsterdam): Die Russen sind Europas größte Gaslieferanten. Das erschwert eine totale Konfrontation. Zudem droht stets Uneinigkeit unter den 28 EU-Mitgliedstaaten. Das führte dazu, dass die Unterstützung für die Beteiligung Frankreichs und Großbritanniens am Raketenangriff auf Syrien nur in magere Worte gekleidet und über weitere Sanktionen gegen Moskau gar nicht gesprochen wurde.