| 20:32 Uhr

Trier
Nur nicht zu viel Konfetti essen!

 Hahn im Korb war Europas schnellster 10 000-Meter-Läufer des Jahres Richard Ringer bei der Silvesterlauf-Pressekonferenz beim abschließenden Bild mit den Topläuferinnen Elina Burkard, Sylvia Medugu, Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause und Nada Pauer (von links) vor der Porta Nigra.
Hahn im Korb war Europas schnellster 10 000-Meter-Läufer des Jahres Richard Ringer bei der Silvesterlauf-Pressekonferenz beim abschließenden Bild mit den Topläuferinnen Elina Burkard, Sylvia Medugu, Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause und Nada Pauer (von links) vor der Porta Nigra. FOTO: Holger Teusch
Trier. Europameisterin Gesa Krause, Richard Ringer und die anderen deutschen Asse gehen mit Biss in den Silvesterlauf. Rund 2000 Läufer und mehr als 10 000 Zuschauer werden heute Mittag in der Trierer Innenstadt erwartet.

Richard Ringer ist Europas schnellster 10 000-Meter-Läufer des Jahres. Der schnellste Deutsche seit Dieter Baumann. Mehr als 400 Wettkämpfe hat der 29-Jährige bereits absolviert. Aber was ihn am heutigen Silvestertag in Trier beim Bitburger 0,0% Lauf der Asse über acht Kilometer erwartet, davon hat er bisher nur gehört. „Statt Getränke- gibt es Konfettistände. Ich hoffe, dass ich nicht so viele davon esse“, erzählte Ringer gestern auf der Abschlusskonferenz, auf was er sich einstellt – und freut sich: „Ich bin gespannt auf die Stimmung.“

Zurecht: Mit 250 Kilogramm Konfetti, 2500 Trillerpfeifen und 4500 Wunderkerzen werden laut Organisationsleiter Christian Brand vom Ausrichterverein Silvesterlauf Trier die erwarteten mehr als 10 000 Zuschauer ausgestattet. Aber diesmal sollen noch mehr Sambatrommlergruppen und Musikbands entlang des Ein-Kilometer-Rundkurses den Ruf der Trierer Silvesterlaufs als „deutsches São Paulo“ untermauern.

Wie Gesa Krause hat Ringer bis vor zwei Wochen in der Höhe und Wärme von Kenia den ersten Teil seiner Vorbereitung auf das Weltmeisterschaftsjahr 2019 absolviert. „Das ist ein sehr hartes Training, was die Kenianer machen“, hat der zweimalige Europameisterschaftsdritte festgestellt. Was ihm gegenüber seinen bisherigen Höhenaufenthalten in den USA oder der Schweiz gefallen hat: die Motivation. „Es gibt halt nur laufen und ausruhen für die nächste Trainingseinheit.“

Ringer hatte sich zusammen mit seiner Freundin Nada Pauer Gesa Krause und deren Trainer Wolfgang Heinig angeschlossen. „Es war gut, dass mit Gesa und Wolfgang Heinig zwei da waren, die uns die Region zeigen konnten“, sagt er. Umgekehrt freute sich die Hindernislauf-Europameisterin vom Silvesterlaufverein, dass sie mit der zweimaligen österreichischen Meisterin Pauer eine Trainingspartnerin hatte. „Nada lagen mehr die längeren Trainingsläufe, mir die kürzeren. Es ist gut, wenn man mit den eigenen Schwächen konfrontiert wird. Und es ist schon hilfreich, wenn man sich nicht immer allein durchbeißen muss“, erzählte die 26-Jährige.

Im vergangenen Jahr kam Krause aus einem Skilanglauf-Trainingslager zum Silvesterlauf. Diesmal ist sie durch den Kenia-Aufenthalt spezifischer vorbereitet. „Vor einem Jahr war es ein durchwachsener Silvesterlauf. Ich bin schnell angegangen“, erzählt sie. Am Ende wurde sie nur Dreizehnte. Was allerdings kein schlechtes Omen war. Denn auch wenn es in der Freiluftsaison nach gute Resultaten in der Halle und tollen 1:12:15 Stunden bei ihrem ersten Halbmarathon zunächst nicht so lief wie erhofft, Krause verteidigte ihren Europameistertitel über 3000 Meter Hindernis.

Das Rennen im Berliner Olympiastadion war auch ihr letztes vor dem Silvesterlauf. „Es ist natürlich immer eine schwierige Zeit im Jahr. Man weiß nicht, wo man steht. Aber ich freue mich, endlich wieder diese Aufregung vor dem Start zu spüren“, sagt Krause. Ihr Motto: „Das Beste geben und Spaß haben!“

Dass sie Konkurrenz im Sparkassen-Elitelauf der Frauen über fünf Kilometer stark ist, weiß Krause von ihren bisher sechs Silvesterlauf-Starts. Da ist nicht nur Nada Pauer, die sich in diesem Jahr auf 15:40,61 Minuten über 5000 Meter verbessert hat. Gut ein Dutzend weiterer Läuferinnen kann vorne mitlaufen. Für die zweimalige EM-Sechste (3000 Meter Hindernis und Crosslauf) Elena Burkard wird es der Abschluss eines Traumjahrs. Und die Silvesterlauf-Pressekonferenz war die erste für Deutschlands Lauf-Aufsteigerin des Jahres. Sie studiert zurzeit in Tübingen und hat eine Wohnung im Haus von Olympiasieger Dieter Baumann bezogen.

Apropos Baumann: Silvesterlauf-Renndirektor Berthold Mertes äußerte bereits einen Wunsch für das 30. Jubiläum in einem Jahr. Geplant ist ein Auftritt von Dieter Baumann als Kabarettist. „Schön wäre dann ein Baumann meets Ringer – dann vielleicht mit einem Silvesterlauf-Podestplatz.“ Immerhin war seit dem deutschen 5000-Meter- und 10 000-Meter-Rekordler niemand mehr schneller auf den Langstrecken, als Ringer.