| 20:12 Uhr

Verkehr
So klappt‘s mit dem Führerschein

Teamwork: Die Chemie zwischen Fahrschüler und Fahrlehrer sollte stimmen, um zum Ziel zu kommen.
Teamwork: Die Chemie zwischen Fahrschüler und Fahrlehrer sollte stimmen, um zum Ziel zu kommen. FOTO: dpa-tmn / Swen Pförtner
Berlin/Stuttgart. Autofahren ist kein Hexenwerk, will aber gelernt sein. Damit es mit der praktischen und theoretischen Führerscheinprüfung auf Anhieb klappt, sollten Bewerber ausreichend Vorbereitungszeit einplanen und auch zu Hause viel üben. Welche Tipps gibt es noch? dpa

(dpa) Für Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden bedeutet der Führerschein ein Stück Freiheit. Nicht nur, weil sie damit mobiler werden, sondern auch, weil er mit dem Eintritt ins Berufsleben erforderlich sein kann.

Die richtige Vorbereitung auf erfolgreiche Prüfungen fängt dabei schon bei der Wahl der Fahrschule an. Die Chemie muss stimmen. „Angehende Fahrschüler sollten nicht nur nach dem äußeren Erscheinungsbild gehen, sondern sich einen persönlichen Eindruck machen und mit dem Fahrschulinhaber oder den Fahrlehrern sprechen“, rät Werner Wolfhardt vom Tüv Nord.

Sinnvoll außerdem: Sich umhören, welche Erfahrungen Freunde und Mitschüler mit diversen Fahrschulen bereits gesammelt haben. Auch über die Ausstattung, wie Lehrautos, mögliche PC-Übungsplätze und begleitendes Lehrmaterial sollte man sich vorher informieren.

„Einen Führerschein macht man nicht so nebenbei. Der Bewerber muss sich ausreichend Zeit nehmen“, sagt Dieter Quentin, der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BvF). Er müsse sich darüber im Klaren sein, dass er sich viel theoretisches Wissen aneignen muss. „Und auch die Praxis erfordert zeitliches Engagement.“

Zunächst wird der Schüler in einigen Stunden das Fahrzeug kennenlernen. „Dabei lernt er die Basics, um die zwölf vorgeschriebenen Ausbildungsfahrten leisten zu können“, sagt Rainer Zeltwanger, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU). Diese bestehen in der Klasse B aus fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten und drei Nachtfahrten.

Wie viele Fahrten ein Bewerber insgesamt benötigt, sei aber von Mensch zu Mensch verschieden. Bei Zeltwanger, der auch eine Fahrschule betreibt, brauchen die Schüler im Durchschnitt 40 Stunden. Wichtig sei, sich dabei nicht unter finanziellen, terminlichen oder sozialen Druck setzen zu lassen. Man müsse zusammen mit dem Fahrlehrer entscheiden, wann der Zeitpunkt für die Prüfung gekommen ist, sagt Zeltwanger. Ein gewisser Automatismus ist laut Tüv-Mann Wolfhardt ein gutes Anzeichen dafür, dass der Schüler auf dem richtigen Weg ist: „Man sollte in der Ausbildung so weit sein, dass man sich nicht mehr auf die Bedienung des Fahrzeugs konzentrieren muss, sondern man ganz auf den Straßenverkehr und die jeweiligen Situationen fokussiert ist.“

Ein ähnlicher Aufwand gilt auch für die Vorbereitungen auf die theoretische Prüfung. Vorgeschrieben sind zwölf Doppelstunden zu je 90 Minuten. Doch damit ist es nicht getan. Dieter Quentin empfiehlt mit Hilfe elektronischer Lehrmittel eigenständig zu üben. Entsprechende Programme sind über die Fahrschulen oder im Handel erhältlich. In einigen Fällen kommuniziert das Programm sogar mit der Fahrschule und gibt online den Leistungsstand durch.

Ist nun der Tag der Prüfung – sei es die theoretische oder die praktische – gekommen, ist nicht der Prüfer der größte Feind, sondern oft die eigene Nervosität. Zeltwanger rät daher: „Man sollte den Termin nicht auf die Mittagspause oder die Freistunde zwischendurch legen, sondern sich freinehmen und ausgeschlafen antreten.“

Besser sei außerdem, den Termin für sich zu behalten und Freunden erst hinterher davon zu erzählen. Das nehme etwas Druck heraus. Nach einem Durchfallen darf man die Führerscheinprüfung so oft wiederholen, wie man möchte. „Gesetzlich vorgegeben ist lediglich, eine Zwangspause von zwei Wochen abzuwarten“, sagt Quentin. Es sei sinnvoll, diese Zeit für eine Problemanalyse und gegebenenfalls weitere Lerneinheiten zu nutzen.