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Garten
Sonne im Namen

Das Sonnenröschen wird gerade mal 20 Zentimeter hoch und erblüht meist in Gelb oder Orange.
Das Sonnenröschen wird gerade mal 20 Zentimeter hoch und erblüht meist in Gelb oder Orange. FOTO: dpa-tmn / Marion Nickig
Dresden/Bonn. Blühende Pflanzen brauchen in der Regel Wärme und Licht um zu gedeihen. Bei einigen ist die Vorliebe für Sonne sogar so ausgeprägt, dass sie diese in ihrem Namen tragen. dpa

(dpa) Sommer und Sonnenschein – das gehört einfach zusammen. In vielen Gärten erblühen wieder Zierpflanzen, die dieses Gefühl besonders unterstreichen: Gewächse wie Sonnenwende, Sonnenbraut, Sonnenauge und Sonnenblume tragen das Sommergefühl buchstäblich im Namen. „Die Namen sind oft Übersetzungen der botanischen Bezeichnungen, die das griechische Wort für Sonne, helios, enthalten“, erklärt Beate Kollatz, Referentin für Zierpflanzenbau beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Die sicherlich bekannteste Vertreterin ist Helianthus, die Sonnenblume. „Ihr Blütenstand wandert jeden Tag aufs Neue mit der Sonne“, erklärt Kollatz. Ist sie mal vollständig erblüht, bleibt sie aber gen Osten fixiert.

Die ursprünglich aus Amerika stammende klassische SONNENBLUME (Helianthus annuus) ist eine einjährige Pflanze, es gibt aber auch bei den Sonnenblumen mehrjährige Stauden (Helianthus atrorubens, H. decapetalus, H. tuberosus). „Je nach Sorte können Sonnenblumen einen halben Meter oder mehr als zwei Meter groß werden. Sie blühen von hellem Zitronengelb bis hin zu Rotbraun, die Blüten sind einfach oder gefüllt“, erklärt Kollatz. Ihr Favorit: Sonnenblumen mit einfachen Blüten. „Sie sind eine tolle Bienenweide, die ölhaltigen Kerne dienen den Vögeln im Winter als Nahrung.“

Abgesehen von einem sonnigen Platz genügt den Sommerblumen normale Gartenerde. „Man muss die Pflanze nur ordentlich gießen und düngen“, so Kollatz.

Ebenfalls aus Amerika stammt die SONNENBRAUT (Helenium), von der es mehr als 30 Arten gibt. Die ein- oder mehrjährige, bis zu 1,50 Meter hohe Staude blüht von Juli bis September – und das in vielen Farben: Je nach Züchtung umgeben gelbe, orange, rote und rot-braune Zungenblätter den kugelförmigen Blütenstand. „Die Sorten gehen meist auf Kreuzungen mit der Großblütigen Sonnenbraut ‚Helenium autumnale‘ zurück“, sagt Wolfgang Härtel, Mitglied im Bund deutscher Staudengärtner in Bonn.

Die Zierpflanzen gedeihen am besten an einen sonnigen, feuchten Standort. Braun blühende Sorten vertragen laut Härtel aber auch weniger Sonne. „Im Halbschatten blühen sie oft sogar ausdauernder.“

Wie die Sonnenblume richtet auch das SONNENRÖSCHEN (Helianthemum) seine Blüte nach dem Himmelskörper aus. Die Pflanzenfamilie umfasst mehr als 100 Arten, die in unterschiedlichen Ausprägungen in Süd-, West- und Osteuropa zu Hause sind. Je nach Sorte blüht die gerade mal 20 Zentimeter hohe Staude meist in Gelb oder Orange, aber auch in Weiß, Creme oder Rosa und Hellviolett. „Sonnenröschen kommen in kleinen Komplexen am besten zur Geltung“, findet Härtel. Als ideal gilt ein sonniger Standort mit trockenem, durchlässigem Boden.

Auch die SONNENWENDE (Heliotropium) folgt dem Stern, was ihren Namen begründet. Ursprünglich kommt der bis zu 60 Zentimeter hohe Strauch aus Peru.

Hierzulande ist er auch unter dem Namen Vanilleblume bekannt – aus gutem Grund: „Die Blüten besitzen eine intensive violette Farbe und verströmen einen wohlriechenden Duft“, sagt Axel Klodt, Vorstandsmitglied beim Bundesverband Einzelhandelsgärtner. Da die Sonnenwende nicht frosthart ist, kultiviert man sie am besten im Topf. Die Pflanze benötigt einen nährstoffreichen Boden und während der Blüte viel Dünger.

Unter der Bezeichnung SONNENHUT sind gleich zwei Zierpflanzen bekannt: Scheinsonnenhut (Echinacea) und der Sonnenhut (Rudbeckia), der vielerorts auch Gewöhnlicher Sonnenhut heißt. Die Namen verdankt er seinem Aussehen: „Mit seinem goldgelben, körbchenförmigen Blütenstand und der dunkelbraunen Mitte sieht er aus wie ein breitkrempiger Hut“, erklärt Klodt. Ursprünglich stammt die etwa einen Meter hohe, pflegeleichte Pflanze aus den feuchten, lichten Waldgebieten im Osten der USA. „Im Halbschatten verträgt sie aber auch trockenen Boden“, erklärt Klodt. Im Frühjahr gepflanzt, blüht die mehrjährige Staude ab August. Insgesamt gibt es 20 Arten, 3 sind laut Klodt in Europa ansässig. „Die Schönste ist die ‚Rudbeckia fulgida‘.“

Der SCHEINSONNENHUT (Echinacea) kommt ebenfalls aus Nordamerika. Die mehrjährige Staude ist auch unter den Namen Roter Sonnenhut, Purpursonnenhut oder Igelkopf bekannt.

Sie bevorzugt feuchte nährstoffreiche Böden und gilt als extrem winterhart. Hierzulande hat sich die bis zu 1,50 Meter hohe Pflanze aufgrund ihrer bunten Blüten zu einer Modeblume entwickelt. „Je nach Sorte blüht sie von Juli bis September hellrot, hellrosa, orange, gelb und creme – auch gefüllt oder als Doppeldeckerblüte“, sagt Klodt. Die neueren Züchtungen sind seiner Ansicht nach aber nicht so haltbar. Der Experte empfiehlt daher robustere Sorten wie ‚Magnus‘ und ‚Alba‘.

Klodts Pflege-Tipp: „Im ersten Jahr schon vor der Blüte zurückschneiden, dann wird die Pflanze kräftiger.“ Echinacea macht sich gut in einem Beet mit Ziergräsern, Fetthenne, Zinnien, Kosmeen und Duftnessel.