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München
Szenen einer Ehe

Zwischen den einstigen Freunden Uli Hoeneß (links) und Paul Breitner (hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1973) knirscht es gewaltig.
Zwischen den einstigen Freunden Uli Hoeneß (links) und Paul Breitner (hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1973) knirscht es gewaltig. FOTO: dpa / Istvan Bajzat
München. Fußball: Als Spieler teilten sie sich ein Bett, nun verbannt Uli Hoeneß Paul Breitner von der Ehrentribüne.

Früher teilten Uli Hoeneß und Paul Breitner sogar das Bett. Das war in den 1970ern nicht besonders ungewöhnlich, schließlich waren der Uli und der Paul als Spieler beim FC Bayern ja auch Zimmergenossen. „Es klingt vielleicht blöd, aber der Uli und ich haben oft den Eindruck eines alten Ehepaars gemacht“, erzählte Breitner in der Dokumentation „Profis – Ein Jahr Fußball mit Paul Breitner und Uli Hoeneß“ aus dem Jahr 1979.

Hoeneß und Breitner kennen sich seit 52 Jahren. Zu Beginn ihrer Karrieren wohnten die beiden auch zusammen in einer WG im Münchner Osten. Als Hoeneß im Februar 1982 als einziger von vier Insassen den Absturz eines Privatflugzeugs überlebte, eilte Breitner als einer der Ersten zu seinem Kumpel in die Klinik.

Wenn Breitner nach eigener Aussage nun beim FC Bayern nicht mehr auf die Ehrentribüne darf, dann klingt das vielleicht wie eine Lappalie. Es sagt aber einiges über das längst frostige Verhältnis zwischen den beiden bajuwarischen Alpha-Tieren aus.

„Es gab einen Anruf von Herrn Dreesen, mir werde von Uli Hoeneß nahegelegt, mich auf absehbare Zeit nicht im Ehrengast-Bereich blicken zu lassen“, sagte Breitner der Bild-Zeitung über ein Telefonat mit Bayern-Vorstandsmitglied Christian Dreesen. „Ich habe ihm gesagt: Damit habe ich ohnehin gerechnet. Und ich möchte den einen oder anderen im Moment sowieso nicht sehen.“

Das wird Breitner auch nicht. Die Ehrentribüne ist für ihn nach eigener Darstellung gestorben. „Ich habe daraufhin beschlossen, meine zwei Ehrenkarten, die ich als Ehrenspielführer auf Lebenszeit besitze, zu Händen von Herrn Dreesen zurückzuschicken“, sagte der frühere Münchner Wortführer und Mittelfeldchef.

Einen Bruch in ihrer Beziehung hatte es schon in Breitners letzter Saison als Bayern-Spieler 1982/83 gegeben. Hoeneß, gerade zum Manager aufgestiegen, und er überwarfen sich. Rund zehn Jahre herrschte Funkstille, beide können ziemlich verbohrt sein. Erst bei einem Zufallstreffen auf dem Münchner Flughafen machten sie den ersten Schritt zurück in die Normalität.

Seit 2007 wirkte der meinungsstarke Breitner erneut für den FC Bayern – als Vorstandsberater, Scout und bis Ende März 2017 als Markenbotschafter.

Nach der denkwürdigen Pressekonferenz der Bayern-Bosse Ende Oktober, als Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Umgang mit dem FC Bayern und verdienten Profis in der aktuellen Krise kritisiert hatten, konnte sich auch Breitner nicht zurückhalten: „Ich bin nach wie vor deprimiert, weil ich mir nie vorstellen konnte in 48 Jahren, die ich mit oder am Rande des FC Bayern lebe, dass sich dieser Verein diese Blöße gibt, dass er diese Schwäche zeigt.“