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Düsseldorf
Tina Theune wird 65: Keine Gedanken an Rente

ARCHIV - 20.06.2005, Hessen, Frankfurt_am_Main: Lachend hält Tina Theune-Meyer, Trainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, auf dem Flughafen den Europameisterschafts-Pokal in der Hand. Vor 15 Jahren holen die DFB-Frauen erstmals den WM-Titel. Trainerin ist Tina Theune, die mit ihrem Team eine Ära prägt und einen Frauenfußball-Boom auslöst. Am Sonntag (04.11.2018) wird sie 65 Jahre alt. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 20.06.2005, Hessen, Frankfurt_am_Main: Lachend hält Tina Theune-Meyer, Trainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, auf dem Flughafen den Europameisterschafts-Pokal in der Hand. Vor 15 Jahren holen die DFB-Frauen erstmals den WM-Titel. Trainerin ist Tina Theune, die mit ihrem Team eine Ära prägt und einen Frauenfußball-Boom auslöst. Am Sonntag (04.11.2018) wird sie 65 Jahre alt. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Boris Roessler
Düsseldorf. Wenn sie zu Hause im Wasserturm in Frechen sitzt, hat sie einen schönen Rundumblick. Besonders genießt es Tina Theune (Foto: dpa), wenn über dem Kölner Dom die rotgefärbte Sonne zu sehen ist. „Manchmal kann ich auch bis zum Siebengebirge schauen.

Das ist schon toll“, sagt Theune. An diesem Sonntag wird die Vorreiterin des deutschen Frauenfußballs 65 Jahre alt, doch an die Rente denkt sie nicht: „Ich bin ja noch mittendrin, habe noch viel Lust und Freude an meiner Arbeit.“

Ihren Geburtstag wird Theune „ruhig“ verbringen. Statt einer großen Party gibt es mehrere kleine Events. Ihre Familie in Kevelaer will sie besuchen, mit Freunden in Gummistiefeln am Rhein wandern, um „Dinge zu finden“. Auch eine kleine Feier mit Nachbarn ist geplant. „Wir verteilen das auf mehrere Tage“, berichtet Theune.

Die in Kleve am Niederrhein geborene Pfarrerstochter, die mit vier Schwestern aufwuchs, war in Sachen Frauenfußball immer die Erste. Zwar musste sie ihre Karriere als Spielerin nach einer Knieoperation relativ früh beenden, doch ihrem Sport blieb sie ein Leben lang treu.

Als erste Frau in Deutschland erwarb Theune 1985 die Fußball-Lehrerlizenz und heuerte ein Jahr später beim DFB als Honorarcoach und Assistenztrainerin von Frauen-Bundestrainer Gero Bisanz an, der damals auch die Fußball-Lehrerausbildung leitete. „Gero hat viel verändert. Von ihm habe ich sehr viel gelernt“, sagt Theune über ihren Förderer, an dessen Seite sie drei EM-Titel (1989, 1991, 1995) holte und 1995 zur Vize-Weltmeisterschaft beitrug.

Nach der olympischen Frauenfußball-Premiere 1996 in Atlanta übernahm sie von Bisanz als erste Frau das Amt der Nationaltrainerin, Silvia Neid wurde ihre Assistentin. Bereits ein Jahr später führte Theune ihr Team in Norwegen und Schweden zum ersten von drei EM-Titeln als Cheftrainerin. Der größte Coup gelang Theune (damals noch unter dem Namen Theune-Meyer) mit dem Gewinn des ersten deutschen WM-Titels der Frauen 2003.