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Berlin
Was bei Peinlichkeiten auf der Betriebsfeier droht

Berlin. () Lockere Stimmung, leckeres Essen und reichlich Alkohol: Bei betrieblichen Weihnachtsfeiern lassen manche Kollegen es richtig krachen. Das ist auch kein Problem. dpa

Doch wer übers Ziel hinausschießt, für den kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, erklärt Arbeitsrechtler Peter Meyer. Zunächst steht der Besuch von Weihnachtsfeiern außerhalb der Arbeitszeit in keinem Zusammenhang mit den Arbeitspflichten. Doch das ist kein Freibrief für schlechtes Verhalten. Wer angetrunken Kollegen schlägt oder übel beleidigt, dem droht eine Abmahnung oder Kündigung. Es gibt laut Meyer zwar die Regel, dass Pflichtverletzungen im Privatbereich keine Sanktionen des Arbeitgebers rechtfertigen. Eine Ausnahme gilt aber bei einer Weihnachtsfeier, wenn sich das Fehlverhalten auf den Betrieb auswirkt und zu Störungen führt.

Allerdings gibt es Nuancen. Hört der Chef im Vorbeigehen, wie ein Mitarbeiter über ihn lästert, ist das nicht so gravierend, wie wenn der Mitarbeiter den Vorgesetzten laut auf der Tanzfläche beschimpft. Daher gilt: lieber zurückhalten. Wer weitermacht, riskiert seinen Arbeitsplatz. Ein Klaps auf den Hintern oder eine anzügliche Bemerkung kann zu Sanktionen bis hin zum Jobverlust führen. Und was ist, wenn Beschäftigte am Tag danach krank fehlen? Wer wegen Nachwirkungen der Feier arbeitsunfähig ist, muss nicht arbeiten. Sofern die Firma das verlangt, muss man ab dem ersten Fehltag eine Bescheinigung des Arztes vorlegen. Doch Anwalt Meyer sieht auch die Firma in der Pflicht: „Wenn der Arbeitgeber den Bierhahn frei gemacht hat und alle im Beisein des Chefs gesoffen haben, wird er mit Vorwürfen rechtlich kaum durchkommen.“