| 20:21 Uhr

Hamburg
Zwischen Soap und Strafraum

ARCHIV - 20.05.2017, Hamburg: Fußball: Bundesliga, 34. Spieltag, Hamburger SV - VfL Wolfsburg am 20.05.2017 im Volksparkstadion in Hamburg. Hamburgs Stürmer Pierre-Michel Lasogga gibt vor dem Spiel ein Interview. Er ist der erste Profiteur des Trainerwechsels beim HSV. Lasogga genießt das Vertrauen von Hannes Wolf und zahlt dies mit Toren zurück. Doch nicht nur im Strafraum spielt der Angreifer derzeit eine Hauptrolle. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 20.05.2017, Hamburg: Fußball: Bundesliga, 34. Spieltag, Hamburger SV - VfL Wolfsburg am 20.05.2017 im Volksparkstadion in Hamburg. Hamburgs Stürmer Pierre-Michel Lasogga gibt vor dem Spiel ein Interview. Er ist der erste Profiteur des Trainerwechsels beim HSV. Lasogga genießt das Vertrauen von Hannes Wolf und zahlt dies mit Toren zurück. Doch nicht nur im Strafraum spielt der Angreifer derzeit eine Hauptrolle. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Christian Charisius
Hamburg. Fußball: Pierre-Michel Lasogga ist der erste Profiteur des Trainerwechsels beim Hamburger SV. Er genießt das Vertrauen von Hannes Wolf und zahlt dies mit Toren zurück.

Pierre-Michel Lasogga im Kreis der Familie, Schlager singend im Auto, auf dem Fußballplatz, im Urlaub, beim Golfen – Lasogga überall und mittendrin: Der Stürmer des Hamburger SV steht im Mittelpunkt der „ersten Fußball-Soap“, wie die Bild-Zeitung den am Donnerstag ins Netz gestellten Vierteiler „Die Lasoggas – eine fast normale Fußball-Familie“ beschreibt. „Meine Familie ist etwas bekloppt, aber herzlich“, sagt der Profi.

Wie passend zum Start der Dokumentation, dass gerade jetzt der 26-Jährige auch wieder eine Hauptrolle auf seiner angestammten Bühne spielt: im Strafraum. Rechtzeitig zum Zweitliga-Gipfeltreffen am Montag gegen den Bundesliga-Mitabsteiger und Tabellenführer 1. FC Köln ist der bullige Angreifer einmal mehr der Hoffnungsträger des in die Niederungen abgestürzten hanseatischen Traditionsclubs.

Lasogga (Foto: dpa) ist der erste Profiteur des Trainerwechsels von Christian Titz zu Hannes Wolf in der vergangenen Woche. „Manchmal spürt man einfach ein bisschen das Vertrauen. Das tut jedem Spieler gut“, sagt er.

Wolf setzte vom ersten Training an auf Lasogga. Und der zahlte den Vertrauensvorschuss in den ersten beiden Spielen unter dem Titz-Nachfolger mit Leistung zurück. Beim 1:0 am vergangenen Freitag beim 1. FC Magdeburg in der Liga bereitete er gekonnt den Siegtreffer von Khaled Narey vor. Zum Pokalerfolg beim SV Wehen Wiesbaden (3:0) steuerte er zwei Tore bei.

In Titz’ Konzept war Lasogga Rotationsprofi, nicht Stammspieler. In zehn Pflichtspielen ließ ihn Titz nur vier Mal von Beginn an ran. Lasogga diente vor allem als Joker. Doch diese Rolle gefällt ihm gar nicht, auch wenn er bis zum Trainer-Tausch bereits sieben Pflichtspieltore erzielt hatte. Sportvorstand Ralf Becker ist auf jeden Fall überzeugt, dass Lasogga noch sehr wichtig für den HSV werden kann: „Ein Torjäger lebt von Selbstvertrauen und Erfolgserlebnissen.“

Letztere hat er nun wieder. Und er kann damit einer der entscheidenden Faktoren beim HSV-Projekt Wiederaufstieg werden. Zugleich symbolisiert er aber auch auf andere Art das wohl größte Problem des Traditionsvereins: Denn der hoch verschuldete Club leistet sich in Lasogga den teuersten Spieler der 2. Bundesliga. Geld, das der HSV eigentlich nicht hat.