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Ratchet & Clank - Nexus

FOTO: Sony
Ein Katzenwesen und ein Roboter retten das Universum – und zeigen erneut, dass sie Garanten für gute Unterhaltung sind. Warum es die Entwickler von Insomniac schaffen zu begeistern, zeigt der Test. Matthias Probst

Insomniac hat den Lombax Ratchet - ein katzenartiges Wesen - und seinen kleinen, blechernen Freund Clank schon auf viele Abenteuer geschickt: Dabei standen immer der Humor, eine kurzweilige Story, sowie jede Menge verrückte Ausrüstungen im Mittelpunkt. Warum sollte sich daran etwas ändern, haben sich die Entwickler gedacht und beim neusten Ableger bestes Feintuning betrieben - mit Erfolg.

Universum in Gefahr

Solltet ihr nicht mit der Vorgeschichte der beiden Helden vertraut sein, macht das rein gar nichts - Spaß werdet ihr dennoch haben. Dieses Mal geht es darum, dass das böse Geschwister-Paar Vendra Prog und ihr Bruder Neftin einen düsteren Plan entwickelt haben: Dank einer kleinen Wundermaschine wollen sie das Tor in ein mysteriöses Universum öffnen, was die Zerstörung der bekannten Welt bedeuten würde. Nur Ratchet und Clank können das noch verhindern.

Auch wenn die Story arg vorhersehbar ist und nicht sonderlich lange ausfällt - in fünf Stunden etwa seid ihr bei normalem Schwierigkeitsgrad durch - gibt es dennoch nicht viel zu meckern: Leichte Kost, aber unterhaltsam. Spielerisch greifen die Serien-Macher auf ihre lange Erfahrungen in dem Genre zurück, was sich in der bezaubernden Comic-Optik und der guten Steuerung bemerkbar macht. Nur die frei justierbare Kamera scheint bei dreidimensionalen Plattformen ein Problem zu sein: Nicht selten kam es vor, dass ich unverhofft von einer Klippe segelte oder ein Feind aus dem Nichts angriff, ohne dass ich ihn sehen konnte. Zum Glück war das aber nur die Ausnahme - und der Rest des Spiels entschuldigt dafür.

Pure Waffengewalt

Richtig spaßig wird es, wenn Ratchet seine Feinde, die allesamt etwas trottelig oder möchtegern-fies daherkommen, mit seinem breiten Fundus an Waffen beharkt. Insgesamt stehen dem Lombax 12 Schießprügel zur Auswahl, die sich allesamt völlig unterschiedlich - und sehr verrückt - anfühlen: Von der einfachen Laserkanone, über einen Kreissägeblatt-Werfer oder einen Ablenkungs-Ghul bis hin zu einer Schneemaschine oder einem Piranha-ähnlichem Unterling, der alles verschlingt, kommt jeder auf seine Kosten. Am schönsten jedoch ist die Zirkon-Familie, die dem Spieler Gesellschaft leistet und als angriffslustige Unterstützung fungiert. Die blöden Sprüche, die die kleinen, fliegenden Roboter dabei ständig vom Stapel lassen, sind schon so blöd, dass sie wieder ganz lustig sind: "Mr. Zirkon braucht keine Bolts! Er bezahlt mit Schmerzen!" ist nur einer dieser amüsanten Kalauer.

Für mehr Pepp beim Ballern, dürfen die Waffen mit gesammeltem Raritarium aufgewertet werden. So werden Schmelzbomben heftiger und die Zirkon-Familie noch stärker. Übrigens kann die jeweils verwendete Waffe durch Benutzen gelevelt werden: Auf diese Weise könnt ihr jeden Ausrüstungsgegenstand beim ersten Durchgang auf Level 3 hochzüchten, was sich in effektiveren Waffen auswirkt. Eine simple Idee, die jedoch sehr motivierend wirkt.

Zu Boden und in der Luft

Um dem dauerhaften Geballer auf Feinde etwas Abwechslung zu bieten, darf sich Ratchet auch als Flugkünstler mit Jetpack oder als Turbo-Läufer mit den Düsen-Schuhen beweisen. Sehr actiongeladen ist auch die Idee einer Kampfarena, in der der Lombax verschiedene, kurzweilige Aufgaben meistern darf, die fast alle mit der gesamten Zerstörung des Arena-Inhaltes zu tun haben. Als Belohnung rieselt es Bolts auf euer Konto und wer sogar in der Gold-Stufe jede Herausforderung packt, darf sich über ein Schatzsuch-Gerät freuen. Dadurch bekommt ihr jeden Gegenstand auf jedem der insgesamt fünf Planeten angezeigt - sehr praktisch.

Eure Geschicklichkeit wird aber erst so richtig gefordert, wenn ihr mit Clank in eine Zwischendimension wechselt. In dem Minispiel dürft ihr den Roboter durch eine Welt manövrieren, deren Schwerkraft ihr mit dem rechten Stick kontrolliert - gerade gegen Ende können diese Passagen ganz schön knifflig sein.

Fazit

All diese Mechaniken fügen sich zu einem amüsanten Spielchen zusammen, das dem Helden-Duo einen würdigen Abschluss auf der PS3 bereitet. Sollte es in dieser Form so weitergehen, können sich Spieler bereits auf das nächste Abenteuer - hoffentlich auf der PS4 - freuen.

Aus persönlicher Sicht finde ich die kurze Spielzeit von rund fünf Stunden weniger tragisch: Fünf nett gestaltete, abwechslungsreiche Planeten sind mir doch viel lieber als dutzende andere Welten, die sich zu sehr ähneln und das Spiel dabei in die Länge ziehen. Wer nämlich einmal mit der Story durch ist, darf im Herausforderungsmodus noch einmal ran - die Waffen-Upgrades bleiben dabei erhalten. Besser noch: Mit gefundenen goldenen Schrauben lassen sich die Waffen um weitere drei Level - inklusive Upgrades - aufrüsten. Zwar keine sonderlich innovative Idee - aber dennoch spaßig genug, um kurz noch einmal den fiesen Schergen ordentlich eins auf die Mütze zu geben.

Genre: Action, Jump'n-Run, Plattformer
Für: PS 3 // Entwickler: Insomniac // Publisher: Sony
Spieler: 1 // Online: ja // USK: ab 12 Jahren
Internet: http://www.insomniacgames.com/games/ratchet-clank-series/ratchet-clank-into-the-nexus/