13-Jähriger schlägt Trierer halbtot - Jugendamt schickt Täter nach Hause

13-Jähriger schlägt Trierer halbtot - Jugendamt schickt Täter nach Hause

Ein 13-Jähriger hat nach Angaben der Polizei einen Obdachlosen aus Trier lebensgefährlich verletzt. Das Jugendamt hat den noch nicht strafmündigen Jungen in die Obhut seiner Mutter übergeben. Der Zustand des Opfers ist inzwischen stabil.

(jp) Ein 13-jähriger Junge aus Trier hat einen auf einer Parkbank liegenden Mann immer wieder getreten und einen Mülleimer aus Metall nach ihm geworfen. Ein Augenzeuge griff ein, sprach den Jungen an und verständigte die Polizei. "Mit diesem genau richtigen Verhalten hat der Zeuge dem Obdachlosen wohl das Leben gerettet", sagte Polizeisprecherin Monika Peters. Die Tat ereignete sich am Mittwochmittag; die Polizei ging mit der Information erst gestern an die Öffentlichkeit.

Die schweren inneren Verletzungen des 54-jährigen Obdachlosen seien nicht direkt sichtbar gewesen und erst im Krankenhaus, in das der nicht ansprechbare Mann vorsorglich gebracht wurde, erkannt worden. Gestern war sein Zustand stabil, Lebensgefahr bestehe nicht mehr. Das Motiv des Jungen blieb völlig unklar. Der 13-Jährige ist nicht strafmündig. "Wir können kein Ermittlungsverfahren einleiten", sagte Triers Leitender Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. "Hier greift das Strafrecht nicht."

Die Ermittler hatten deshalb nur eine Möglichkeit: Die Polizei überstellte den Jungen ans Jugendamt, das ihn in der Kinder- und Jugendpsychiatrie untersuchen ließ. Diese Untersuchung habe ergeben, dass der 13-Jährige - der laut Polizei schon mehrfach durch Körperverletzung aufgefallen ist - momentan keine Gefahr für sich und andere darstelle, sagte Dorothee Wassermann, die stellvertretende Leiterin des Trierer Jugendamts. Damit gab es keine Grundlage, ihn festzuhalten, und das Amt übergab den Jungen seiner Mutter. Ein Erzieher wird den Jungen für eine Zeit lang täglich vier Stunden begleiten. Außerdem kommt er nach den Sommerferien in eine Lernhilfegruppe, eine Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie folgt später.

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