1. Region

2G, 2Gplus, 3G: Wo gilt welche Regel?

Corona : 2G, 2Gplus, 3G: Wo gilt welche Regel?

Ab Mittwoch gilt in Rheinland-Pfalz die sogenannte 2G-Regel. Wenn sich die Corona-Lage weiter verschärfen sollte, dann gilt 2G-plus. Und wer künftig mit Bus und Bahn fährt, der muss sich an die 3G-Regel halten.

Die neuen, strengeren Corona-Regeln mit 3G in Bus und Bahn sowie am Arbeitsplatz und landesweiter 2G-Regel für den gesamten Freizeitbereich gelten in Rheinland-Pfalz ab Mittwoch. Bis dahin richten sich die Corona-Maßnahmen nach den drei Warnstufen. Übersteigen zwei der vom Land festgelegten Leitindikatoren bestimmte Grenzwerte, dann gibt es weitere Einschränkungen: die Zahl der Ungeimpften, die etwa in Kneipen oder Restaurants dürfen, wird begrenzt. Und Schüler in weiterführenden Schulen müssen auch während des Unterrichts wieder Maske tragen.

Ab Mittwoch haben die ohnehin schwer zu durchschauenden Warnstufen ausgedient. „Wir werden die weitreichenden Beschlüsse der Länder mit der Bundeskanzlerin konsequent im Land umsetzen“, kündigte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) an.  Ab Mittwoch werde im Land grundsätzlich die 2G-Regel gelten.  „Das heißt, dass die gesellschaftliche Teilhabe von nicht-geimpften Menschen massiv eingeschränkt wird.“ Ausnahmen werde es nur wenige geben, etwa für Kinder unter 12 Jahren. Sie seien grundsätzlich  von der 2G-Regelung ausgenommen. Und für ältere Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre seien Ausnahmen bei zusätzlicher Testung vorgesehen. Hoch will am Montag die neuen Corona-Regeln vorstellen, die am Dienstag vom Ministerrat beschlossen werden sollen.

Kontrolle darf nicht an Personal in Bus und Bahn übertragen werden

Kritik gibt es bereits im Vorfeld, etwa von den Verantwortlichen für den Nahverkehr und den Gewerkschaftden Verdi. Sie warnen davor, die Kontrollen der 3G-Regel dem Personal in Bus und Bahn zu übertragen. Man halte die Regel, nach die Fahrgäste nachweislich geimpft, genesen oder negativ getestet sein müssen, durchaus für angebracht, sagte eine Sprecherin des Verkersverbunds Region Trier (VRT). Man gehe aber davon aus, „dass nicht das Fahrpersonal für die Kontrolle zuständig ist, sondern, wie bei der Durchsetzung der Maskenpflicht auch, die Ordnungsämter und die Polizei“.  Diese Kontrolle könnte daher nur stichprobenartig erfolgen.

Kritik kommt auch von der Gastronomie. „Warum soll die sehr gute bisherige rheinland-pfälzische Landesverordnung geändert werden, nur weil um uns herum Hysterie in Bundesländern ausbricht, die in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben?“, fragt der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann. Die 2G-Regel in der Gastronomie sei sinnvoll.  Für wenig sinnvoll hingegen hält Haumann, dass mit einer weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen auch Geimpfte beschränkt und belastet werden sollen. Gemeint ist die sogenannte 2G-plus-Regel, die ab einer landesweiten Hospitaliserungsinzidenz von 6 gelten würde. Dann müssen  Geimpfte und Genesene, wenn sie etwa in Kneipen und Restaurants gehen zusätzlich noch einen negativen Corona-Test vorweisen. „Es sind nicht die Geimpften, von denen eine Gefahr der Überlastung unserer Krankenhauskapazitäten ausgeht“, kritisiert Haumann. Er spricht sich, falls die Maßnahmen nicht den erhofften Effekt haben sollen, für eine allgemeine Impfpflicht aus. Auf jeden Fall müsse eine erneute Schließung der Gastronomie verhindert werden. Auch Bars, Clubs und Diskotheken sollen laut Haumann trotz steigender Corona-Zahlen auf bleiben.

Bars, Clubs und Diskotheken sind Corona-Hotspots

Das sieht der Direktor des rheinland-pfälzischen Landkreistages, Burkhard Müller anders. Bars, Clubs und Diskotheken sollen geschlossen werden, sagte er unserer Redaktion. Eine Auswertung der Daten der Kontaktnachverfolgungs-App Luca habe ergeben, dass dieser Teil der Gastronomie Corona-Hotspots seien.

Der Leiter des Trierer Gesundheitsamtes, Harald Michels, betrachtet die Lage mit Sorge. In einem Brief an die Schulen warnt er vor einer zunehmenden Zahl von Impfdurchbrüchen, also Fällen, in denen Geimpfte sich mit Corona infizieren. „In der Regel verlaufen zwar diese Impfdurchbrüche mild oder asymptomatisch, einzelne schwere Verläufe oder Todesfälle sind jedoch auch inzwischen bei Impfdurchbrüchen aufgetreten“, schreibt Michels. Im engen familiären Umfeld könne es „bei hoher Viruslast“ dazu kommen, dass bereits Geimpfte angesteckt würden. „Trotzdem schützt die Impfung meist vor schweren oder tödlichen Verläufen“, schreibt Michels.