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68000 Euro sind bisher für Lars Haßler aus Weiskirchen zusammengekommen

Spendenaktion in Weiskirchen : Schon 68 000 Euro gesammelt: Alle wollen Lars aus Weiskirchen helfen

Für den unheilbar erkrankten Fünfjährigen werden seit Wochen Spenden gesammelt – mit einem stattlichen Zwischenergebnis.

Diesen Schicksalsschlag hätte sich niemand träumen lassen. Am allerwenigsten Anne und Stefan Haßler, die Eltern der Weiskircher Zwillinge Lars und Luis. Während der fünfjährige Luis und der achtjährige Leo putzmunter und kerngesund ihr Leben genießen, dauerte es anderthalb Jahre, bis humangenetische Untersuchungen in Homburg dem Grund für Lars‘ gesundheitliche Probleme auf die Spur kamen. Die niederschmetternde Diagnose: Der Junge leidet unter der unheilbaren muskulären Erbkrankheit Muskeldystrophie Duchenne (DMD). Mit diesem Schock und der daraus zwangsläufig erwachsenden Erkenntnis, dass diese Krankheit das Leben der jungen Familie völlig auf den Kopf stellen würde, mussten die Haßlers zunächst einmal allein fertig werden.

Neben der Sorge um den liebenswerten kleinen Kerl raubten den Eltern zunächst auch finanzielle Fragen den Schlaf. Wie sollten sie den auf einmal dringend erforderlichen Treppenlift am Hauseingang bezahlen? Ein anderes Auto für den demnächst unvermeidlichen Rollstuhl-Transport muss her. Ganz zu schweigen vom unverzichtbaren barrierefreien Umbau des Hauses.

Dass die ganze Familie Haßler sich mit dem kleinen Lars in ihrer Mitte jetzt trotzdem wieder auf Weihnachten freuen kann, kommt schon einem kleinen Wunder gleich. Während ihm gegen seine unheilbare muskuläre Erbkrankheit weiterhin kein Arzt helfen kann, bewährte sich in Weiskirchen zum Glück der dörfliche Zusammenhalt: Bei einer Spendenaktion kamen bislang innerhalb weniger Wochen 68 000 Euro zusammen, mit denen die junge Familie die ersten unabdingbaren Anschaffungen stemmen kann.

Zwei Freundinnen der Familie aus Konfeld, Carolin Haßler-Laux und Katrin Apotekar, ergriffen als erste die Initiative. Sie starteten kurzentschlossen den Spendenaufruf „Treppenlift für Lars“, wobei sie spontan vom Verein Herzensengel unterstützt wurden. So erfuhr auch Bürgermeister Wolfgang Hübschen davon. Als erfahrener Verwaltungsmann organisierte er nach einem entsprechenden Aufruf im Amtsblatt ein Spendenkonto bei der Gemeindekasse (siehe Info). Der Bürgermeister sagt: „In diesem dramatischen Fall müssen alle Weiskircher und über die Gemeindegrenzen hinweg alle zusammenrücken.“

Nachdem auch die SZ ausführlich über das Schicksal von Lars und die angelaufene Unterstützung berichtet hatte, ließ die Welle der Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit dieses Konto erfreulicherweise nicht mehr zur Ruhe kommen. Als jetzt die G-Jugend des SV 1926 Weiskirchen Konfeld zu einer Spendenübergabe in die Hochwaldhalle einlud, zogen die Haßlers mit Hübschen eine erste Zwischenbilanz. Lars’ älterer Bruder Luis kickt nämlich in der Mannschaft, trainiert von Vater Stefan Haßler und Olli Linnebach. Er und seine Mitspieler hatten schmucke Holzfiguren gebastelt und auf dem Weihnachtsmarkt angeboten. Unter dem Strich summierte sich der Erlös auf 550 Euro. Auch die anderen Mannschaften des Sportvereins spendeten für diesen guten Zweck. Zu dem zwischenzeitlichen Gesamtergebnis trugen darüber hinaus viele Einzelpersonen, Familien, Gruppen, Vereine, Hilfsorganisationen und Unternehmen bei. So raffte beispielsweise Synke Lauer als Chorleiterin mit dem Jugendchor Logo all ihren Mut zusammen und trug im Globus von Losheim am See und auf dem Weihnachtsmarkt in Trier Weihnachtslieder vor. Dankbare und hilfsbereite Menschen ließen die mitgebrachte Spendendose immer wieder klingeln. „Die auf diese Art demonstrierte Hilfsbereitschaft und Anteilnahme vieler Menschen aus Weiskirchen und inzwischen aus dem ganzen Saarland hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, sagt der Bürgermeister. Und auch die Familie Haßler nahm diesen Termin gerne wahr, um sich einmal herzlich für diese großartige Unterstützung zu bedanken. Die Sorge um die Gesundheit von Lars kann ihnen freilich trotzdem niemand nehmen. Aber dank der Unterstützung durch viele Saarländer können sie jetzt die unverzichtbaren Anschaffungen (unter anderem Treppenlift und Auto mit Rollstuhlkapazität) sowie den kostspieligen Umbau im Eigenheim konkret in Angriff nehmen, mit denen dem kleinen Lars trotz seiner Krankheit, aber mit ihm auch der ganzen Familie ein möglichst glückliches und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden soll. Zutiefst dankbar wünschen die Haßlers allen Helfern und Spendern ein frohes Weihnachtsfest.