1. Region

Ab März drohen massive Streiks im Schülertransport in der Region

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Tarifstreit spitzt sich zu: Busfahrer wollen Verkehr im Land lahmlegen

Massive Streiks könnten vor allem Schüler und Pendler treffen. Gewerkschaft fordert bessere Bezahlung und setzt Ultimatum bis März. Arbeitgeber pochen auf Geld vom Land.

Von Florian Schlecht

Der Busverkehr, der Schüler und Pendler transportiert, könnte in weiten Teilen der Region bald zum Erliegen kommen. Die Gewerkschaft Verdi droht ab März mit einem unbefristeten Streik der Busfahrer privater Unternehmen, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Betroffen von Streiks wären in der Region besonders Busse, die entlang der Moselstrecke zwischen Traben-Trarbach und Trier und in der Eifel fahren, heißt es von Verdi. Landesweit drohen Busfahrer, den Betrieb lahmzulegen. Der Busverkehr in der Stadt Trier sei nicht von möglichen Streiks betroffen, teilt die Gewerkschaft mit.

Von Streiks waren bereits in den vergangenen Wochen Tausende Schüler und Pendler in der Region betroffen. Nun droht eine neue Eskalation, weil Verdi den Arbeitgebern ein Ultimatum setzt. Die Forderung: Bis zum 1. März solle der Gewerkschaft ein Angebot nach hessischem Vorbild vorgelegt werden, wodurch Busfahrer als Einsteiger statt 13,23 Euro künftig rund 15 Euro verdienen würden. Langfristig sei das Ziel, auf 17 Euro pro Stunde zu steigen. Verdi-Gewerkschaftssekretär Marko Bärschneider sagt: „Liegt uns bis dahin kein Angebot vor, über das wir zu verhandeln bereit sind, wird es eine Urabstimmung zu einem landesweiten, unbefristeten Streik geben.“ Busfahrer könnten dann über Tage und Wochen hinweg die Arbeit niederlegen.

Erfülle sich die Drohung, rechnet der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) mit „massiven Ausfällen im Busverkehr“, die „allerdings regional begrenzt“ wären. Welche Busse nach einem Streikaufruf fahren und welche nicht, darüber könnten sich Bürger auf der Internetseite www.vrt-info.de erkundigen, die Unternehmen mit Informationen füllten.

Die Busfahrer baten am Freitag um Verständnis in der Bevölkerung. Die Umstände müssten sich ändern, weil der Fachkräftemangel bereits jetzt eklatant sei. Besonders beim Transport von Kindern trügen die Fahrer große Verantwortung. Die Gewerkschaft will auch ein 13. Monatsgehalt und die Bezahlung von Pausen zwischen den Diensten erstreiten, wo sie häufig auf die nächste Schicht warteten.

Die Arbeitgeber zeigten sich „irritiert über die Schärfe des Tons“. Gudio Borning, Geschäftsführer des Verbands des Verkehrsgewerbes Rheinland, verwies auf einen Runden Tisch, bei dem sich alle Kräfte am 12. März im Verkehrsministerium zusammensetzen sollen. Dort soll es auch um die Frage gehen, ob das Land in die Tasche greift. Gewerkschaft und Arbeitgeber fordern einen sogenannten ÖPNV-Index, bei dem Rheinland-Pfalz Zuschüsse zu Tarifsteigerungen übernimmt – so wie andere Bundesländer. Rolf Tödtmann, Geschäftsführer von Moselbahn, fordert einen solchen Mechanismus. Ansonsten drohe privaten Unternehmern bei höheren Lohnzahlungen die Insolvenz. Verdi betonte, dass das Ultimatum zum 1. März trotz des Runden Tisches gelte.