Ab Mitte Dezember rollen neue Züge zwischen Trier und Saarbrücken.

Fernverkehr : Bahnlinie zwischen Trier und Saarbrücken: 150 Millionen für neue Züge

Ab Mitte Dezember rollen neue Züge zwischen Trier und Saarbrücken. Auch auf der Trierer Weststrecke sollten sie dann eigentlich fahren. Doch bis es so weit ist, dauert es noch fünf Jahre.

Als der Zug pünktlich um 11.42 Uhr im Saarbrücker Hauptbahnhof losfährt, merkt kaum jemand der Fahrgäste etwas davon. Leise, ohne zu ruckeln, setzt sich der moderne Nahverkehrszug in Bewegung. „Es riecht noch richtig neu hier drin“, meint einer der Mitfahrer dieser Premierenfahrt. Ab 15. Dezember werden die Elektrotriebzüge Coradia Continental vom Hersteller Alstom stündlich zwischen Trier, Saarbrücken und Homburg als Regionalbahn fahren. Eigentlich sollten sie ab dann auch auf der Trierer Weststrecke von Trier Hafenstraße bis Saarburg unterwegs sein. Doch die Freigabe der Strecke für den Personenverkehr hat sich immer wieder verzögert. Nun soll es in fünf Jahren so weit sein.

„Das ist ärgerlich“, sagt Thorsten Müller. Er ist Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord. Mit der Reaktivierung der Weststrecke hätte man den Kunden bereits jetzt schon ein attraktives Angebot machen können, ist er überzeugt. Müller glaubt nicht, dass möglicherweise zu hohe Ticketpreise die Menschen davon abhalten, Bus und Bahn zu nutzen. Wenn das Angebot stimme, sei der Preis fast egal, meint der Verbandschef. Der SPNV Nord hat gemeinsam mit dem Saarland und dem Zweckverband SPNV Süd das sogenannte Los 1 (es umfasst neben der Strecke von Trier nach Homburg und der Weststrecke bis Saarburg noch die Strecke von Merzig nach Kaiserslautern) ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt wie zuvor schon die Bahntochter DB Regio. Für die nächsten 15 Jahre fährt sie mit dem Zug auf den Strecken. 150 Millionen Euro haben die drei Aufgabenträger ausgegeben für die Bestellung der insgesamt 25 Züge, die mit ihrer Lackierung an die seit vier Jahren zwischen Koblenz, Trier, Saarbrücken und Mannheim fahrenden Züge erinnern. Das sei eine Menge Geld, erinnert die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) bei der Premierenfahrt. Selbstbewusst wirbt man im Nachbarland mit „Saarlands neuer Liebling“ für die neuen Züge.

„Ein Top-Fahrzeug“, schwärmt Müller. Und vor allem sei es rechtzeitig ausgeliefert worden. „Das ist nicht immer der Fall“, meint der Verbandschef. Als 2013 neue Nahverkehrszüge ebenfalls vom Hersteller Alstom auf die Eifelstrecke von Trier nach Köln gebracht werden sollten, hat sich deren Inbetriebnahme immer wieder wegen Mängeln verzögert.

Man werde tagtäglich „alles dafür geben“, um die geforderte Qualität zu liefern, sagt Frank Klingenhöfer. Er ist Leiter von DB Regio Mitte. Er weiß, dass es nicht ausreicht, die Züge auf die Schiene zu bringen. Sie müssen auch pünktlich fahren. Und dafür werden Lokführer gebraucht. Es werde immer schwieriger, entsprechendes Personal zu finden, sagt Klingenhöfer. Um Zugausfälle wegen Lokführermangels möglichst gering zu halten, bilde man seit einiger Zeit deutlich über dem Bedarf aus, erklärt der Bahnmanager.

Einer, der schon seit 30 Jahren dabei ist, ist Dirk Hornberg. Der Lokführer steuert den Zug in einem an ein Cockpit erinnernden Leitstand von Saarbrücken nach Merzig und wieder zurück. Ein I-Pad liegt vor ihm, auf dem er alle Informationen für die Strecke abrufen kann. Alle Anzeigen vor ihm sind digital, gesteuert wird der Zug mit einem Art Joystick.

Zugführer Dirk Hornberg im neuen Coradia Continental. Foto: TV/Bernd Wientjes

Instandgehalten werden die neuen Züge im DB-Werk in Trier. Genau wie die vom Mitbewerber Vlexx. Um zu verhindern, dass durch Wartungsarbeiten Züge ausfallen, werden dann auch ab und an Vlexx-Züge zwischen Trier und Saarbrücken eingesetzt, genauso wie DB-Züge auf der Vlexx-Strecke von Saarbrücken Richtung St. Wendel fahren werden, wenn dort Züge wartungsbedingt ausfallen sollten.

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