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Abiturprüfungen finden trotz Coronavirus statt

Kostenpflichtiger Inhalt: Bildung : Abiturprüfungen finden trotz Coronavirus statt

Schleswig-Holstein wollte das Abitur absagen, was für Unruhe unter den Bildungsministern sorgte. Am Mittwoch sprachen die Bundesländer mit einer Stimme. Rund 3500 Schüler, die in Rheinland-Pfalz noch ihr Abi bauen, müssen zu Prüfungen antreten.

Alle Bundesländer ziehen trotz des Coronavirus die Abiturprüfungen durch. Das sagte Stefanie Hubig, Chefin der Kultusministerkonferenz (KMK) und Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, am Mittwoch in Mainz. Mit 16:0-Stimmen haben die Länder danach in einer Telefonkonferenz beschlossen, dass Prüfungen stattfinden. Damit starten ab dem 30. April im Land auch die 3500 Schüler von G-8-Schulen, Berufsgymnasien oder Abendschulen in Prüfungen, die das Abi noch bauen müssen.

Einschränkungen räumte Hubig dort ein, wo "Infektionsgründe" dagegen sprechen - also Schulen, die wegen Corona-Erkrankungen geschlossen sind. Das Land habe aber auch Nachholtermine für Mai und Juni beschlossen. In extremen Fällen schloss Hubig nicht aus, dass mündliche Prüfungen sich bis in die Sommerferien hineinziehen. Mit den Wissenschaftsministern der Länder sei beschlossen worden, Zulassungstermine an Unis und Hochschulen so zu legen, dass Abiturienten problemlos ihr Studium starten können. Abschlüsse sollen alle Länder anerkennen, so das Versprechen der Kultusministerkonferenz. Sie dürften in diesem Jahr aber auf Abi-Aufgaben aus einem zentralen Pool verzichten.

Hubig gestand, dass die Stimmung in der KMK angesichts des Vorpreschens von Schleswig-Holstein zunächst "angespannt" gewesen sei, das Abiprüfungen zunächst absagen wollte. Man habe dann für einen gemeinsamen Weg gerungen und einstimmig entschieden, Prüfungen stattfinden zu lassen. "Es ist ein großer Erfolg, dass der Staat funktioniert", sagte die SPD-Politikerin sichtlich stolz über den eigenen diplomatischen Sieg.