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Adler-Modemärkte insolvent: Was passiert mit Filialen in der Region?

Handel : Adler-Modemärkte insolvent: Was passiert mit Filialen in der Region?

Die Adler Modemärkte haben Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreibt auch Filialen in der Region. Gibt es für sie jetzt noch Hoffnung?

Die Adler Modemärkte AG mit Filialen in der Region Trier und in Luxemeburg hat wegen Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Grund dafür sei der Corona-Lockdown, teilte das Unternehmen mit. Der Antrag sei beim Amtsgericht Aschaffenburg gestellt worden. Auslöser seien die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des Lockdowns. Es sei nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen.

Die Adler AG betreibt auch mehrere Märkte in der Region, darunter eine Filiale im Trierer Alleencenter in der Nähe des Hauptbahnhofs. Mehrere Filialen gibt es in Luxemburg, etwa in Strassen oder in Wemperhardt. In Saarlouis und Saarbrücken gibt es ebenfalls Adler Modemärkte. Die deutschen Filialen sind wegen des Lockdowns geschlossen. Allerdings sollen sie anschließend offenbar trotz des Insolvenzverfahrens wieder öffnen. Denn nach den aktuell vorliegenden Plänen soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden. Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren, heißt es.

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Zur Unterstützung habe dieser Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH - jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften - hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Die Adler Modemärkte AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 171 Märkte. Der Fokus lag dabei auf der Altersgruppe ab 55 Jahren.

Die Gruppe erzielte demnach im Jahr 2019 einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3350 Mitarbeiter beschäftigt. Gegründet wurde das Unternehmen 1948 als Konfektionsbetrieb in Annaberg (Sachsen).

Vielen Unternehmen aus der Modebranche ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Dem Siegeszug des Onlinehandels und dem Erfolg von Fast-Fashion-Anbietern wie Primark oder Zara hatten sie nur wenig entgegenzusetzen. Das Coronavirus traf, als es bereits im Frühjahr 2020 für flächendeckende Ladenschließungen in Deutschland sorgte, bei Herstellern und Händlern sozusagen vorgeschädigte Opfer. (mit dpa)