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Alltag im Divenkostüm: Cora Frost in der Tufa

Alltag im Divenkostüm: Cora Frost in der Tufa

Am 10. Oktober hat die in Berlin lebende Künstlerin Cora Frost, mit ihrer Stimme, die Bühne der Tufa für Randfiguren geöffnet. Mit ihrer Kapelle brachte sie auf skurrile Weise Themen auf die Bühne, die wohl in diesem Zusammenhang noch nie so gezeigt wurden.

(eva) Zuerst ist man etwas irritiert. Ein dicklicher Mann betritt die Bühne im Bademantel, legt sich auf ein Sofa und positioniert stöhnend seine Hände auf der Stirn. Es erscheint eine Dame im nicht ganz zugeknöpften Brautkleid, von zwei Männern gefolgt, die sie filmen. Sie setzt sich auf den wartenden Mann im Bademantel, stöhnt, - bricht abrupt ab. Was hier gezeigt werden soll? Eine Szene aus einem ganz schlechten Erotikfilm. Die Idee ihres Programms ist die Produktion dieses Films. Das Publikum erhält einen Einblick in die Pausen dieser Produktion. Die Hauptdarsteller gewähren den "Blick hinter die Kulissen" und erleben dabei einige Absurditäten. Zu dem Thema einer Erotikproduktion passend, behält Cora Frost während der Vorstellung ihre kantigen, sexuellen Anspielungen bei, so zum Beispiel, wenn sie ein Lied über "Petting im Winter" singt und sie "Eissterne zwischen den Beinen hat." Es folgen weitere Lieder, die auf den ersten Blick absurd erscheinen, aber bei näherer Betrachtung auch einmal Randfiguren die Möglichkeit bieten, für einen Abend im Scheinwerferlicht zu stehen. So das Lied einer Bäuerin, die sich in ein Mädchen aus der Stadt verliebt und nun, während sie ihre Kühe melkt, die heilige Maria um Gnade bittet. Mit ihrer einzigartigen Stimme umfasst Cora Frost ein ganzes Orchester. Von der dunkel raunenden Diseusen-Tonlage bis in die opernhaften Höhen, - eisig kühl, aber auch gefühlvoll, ohne dabei sentimental zu werden. Das Publikum beschreibt die Veranstaltung treffen: "Comedy mit durchaus tiefsinnigem Hintergrund." Der Sinn erschließe sich zwar nicht so leicht, aber wenn man darüber nachdenkt, sei es durchaus zutreffen, - Cora Frost bringe den ganz normalen Alltag, den rauen Kern der Realität auf eine schräge Bühne und durch ihre Divenhaftigkeit entstehe eine abstrakte Skurrilität.