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Am Montag erste Entscheidung über Eifeler Banken-Fusion

Am Montag erste Entscheidung über Eifeler Banken-Fusion

Nach der geplatzten Banken-Hochzeit 1997 soll die Fusion der Volksbank Bitburg mit der Raiffeisenbank Östliche Südeifel (Rös) mit Sitz in Dudeldorf diese Woche unter Dach und Fach gebracht werden. Am Montag entscheidet der kleinere Partner, die Raiba, über die Fusions-Pläne.

Zusammen zählen die Volksbank (Voba) Bitburg und die Raiffeisenbank Östliche Südeifel (Rös) knapp 20. 000 Mitglieder und 43. 000 Kunden. Durch die geplante Banken-Ehe würde mit einer Bilanzsumme von rund 580 Millionen Euro das größte genossenschaftliche Geldinstitut im Eifelkreis Bitburg-Prüm entstehen – vor der Volksbank Eifel-Mitte (Prüm und Gerolstein) mit einer Bilanzsumme von 527 Millionen Euro in 2008 und der Raiffeisenbank Westeifel (Arzfeld) mit einer Bilanzsumme von 305 Millionen Euro. In der Region Trier wäre Genossenschaftsbank nach der Vereinigsten Volksbank Raiffeisenbank (Wittlich) mit einer Bilanzsumme von rund 755 Millionen Euro und der Volksbank Trier mit rund 590 Millionen Euro. Bundesweit lag die durchschnittliche Bilanzsumme der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken 2008 bei rund 560 Millionen Euro, so dass die fusionierte Bank im Bundesvergleich immer noch zu den mittleren Kreditgenossenschaften zählen würde.

Wichtig für den Kunden ist, dass auch nach der Fusion die zusammen 29 Geschäftsstellen und 230 Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Zudem soll dem Kunden mehr Service angeboten werden können. Denn Ziel des Zusammenschlusses ist es, Kräfte zu bündeln, Synergie-Effekte zu nutzen und dadurch Kapazitäten für neue Geschäftsfelder und Projekte zu schaffen wie etwa die Vermögens- und Unternehmens-Nachfolgeplanung. Dieses neue Geschäftsfeld soll der bisherige Rös-Vorstand Edwin Jacobs als Prokurist aufbauen. Jacobs würde damit auf dem dann nach der Fusion nur noch dreiköpfigen Vorstands-Team ausscheiden, womit Peter Bersch, Andreas Theis (beide Voba) und Holger Klein (Rös) den Vorstand des neuen Instituts bilden würden, das den Namen „Volksbank Bitburg eG" mit dem Zusatz „Raiffeisen – Volksbank" tragen soll und dessen Sitz ebenfalls bei der größeren, übernehmenden Bank wäre, also in Bitburg.

Für die einst angeschlagene Rös, die 2003 noch auf Garantien von 4,7 Millionen Euro bei der Sicherungseinrichtung angewiesen war, würde damit ein langjähriger Konsolidierungskurs im sicheren Ehe-Hafen mit einem starken Partner enden. 1997 war die Voba Bitburg schon einmal in Dudeldorf auf Brautschau. Doch damals bekam ein Teil der Vertreter der kleineren Rös beim Gedanken an die Hochzeit mit der größeren Voba kalte Füße. Bei der Versammlung stimmten nur 47 Mitgliedervertreter für die Fusion, 44 waren dagegen. Nötig wäre aber eine Drei-Viertel-Mehrheit gewesen. Die Fusion war geplatzt. Nun soll es im zweiten Anlauf klappen.

Am Montag, 30. November, 19 Uhr, stimmen die Rös-Vertreter in der Gemeindehalle in Badem in einer außerordentlichen Vertreterversammlung über die Fusions-Pläne ab. Eine Entscheidung der Voba-Vertreter folgt am Donnerstag, 3. Dezember. Entsprechende Abstimmungsergebnisse vorausgesetzt, soll die Banken-Fusion von Rös Dudeldorf und Voba Bitburg zum 1. Januar 2010 vollzogen werden.