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A.R.T.-Verbandschef Eibes verteidigt Japan-Reise gegen Kritik

Biomüll-Streit : Rückendeckung für den Abfall-Boss Monzel

Der Streit um die Biotonnen geht weiter. Der Bernkastel-Wittlicher Landrat Gregor Eibes nimmt den A.R.T.-Chef Maximilian Monzel nun in Schutz. Er steht wegen einer Japan-Reise in der Kritik.

Die Diskussionen im Vulkaneifelkreis über eine mögliche Wiedereinführung der Biotonne gehen weiter. Zweieinhalb Wochen vor der mit Spannung erwarteten Kreistagssitzung, bei der eine Weichenstellung in punkto Biotonne erwartet wird, hat SPD-Fraktionschef Jens Jenssen den Abfallzweckverband ART scharf kritisiert. In einem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben an Landrat Heinz-Peter Thiel wird nach den Hintergründen einer Japanreise von ART-Chef Maximilian Monzel gefragt. Es könne nicht sein, dass der ART-Verbandsdirektor ohne erkennbare fachliche Notwendigkeit über eine Woche im Rahmen einer Wirtschaftsdelegationsreise in Japan weile, meint Jenssen, während in der Vulkaneifel weiterhin massive Probleme bei der Biomüll-Entsorgung bestünden und dazu stetig erhebliche Mehrkosten für die Gebührenzahler erzeugt würden. Zudem lasse der Zweckverband die Kreistagsmitglieder nun schon seit Wochen auf belastbare Zahlen, Daten und Fakten für eine Wiedereinführung der Biotonne warten, schimpft der SPD-Kreisvorsitzende und Fraktionschef.

Monzels Chef, der ART-Verbandsvorsteher und Bernkastel-Wittlicher Landrat Gregor Eibes (CDU), weist die Vorwürfe zurück. Monzel habe „auf Wunsch und Einladung des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums an der Delegationsreise  teilgenommen“, sagte Eibes auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei habe der ART-Geschäftsführer vor japanischen Unternehmern und Behördenvertretern in Osaka und Tokio Referate zu technischen und wirtschaftlichen Fragen der Abfallentsorgung gehalten.

Außerdem hat Monzel nach Angaben von Eibes mit weiteren Delegationsmitgliedern eine Aufbereitungsanlage von Müll- und Klärschlammverbrennungsasche besucht und mit dem zuständigen Dezernenten einen Workshop über das Abfallwirtschaftskonzept Osakas abgehalten.

Er selbst habe Monzels Teilnahme an der vom rheinland-pfälzischen  Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) angeführten Delegationsreise genehmigt, sagt Eibes und fügt hinzu, dass er die Kritik daran nicht verstehen könne.

Es sei eine Ehre, zu einer solchen Delegationsreise eingeladen zu werden, so der ART-Verbandsvorsteher unter Verweis auf „die hohe Anerkennung und Fachkompetenz“ seines Direktors.

Monzel selbst wehrte sich auf Anfrage unserer Zeitung gegen den Vorwurf, die über die Dauner Kreisverwaltung an ihn weitergeleiteten Anfragen der Fraktionen nicht beantwortet zu haben. „Wir haben unverzüglich – innerhalb von zehn Tagen – geantwortet“, so Monzel, und die Antworten „inklusive eines Testats der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft“ lägen der Kreisverwaltung auch seit Donnerstag vergangener Woche vor.

Sowohl die Fraktionsgemeinschaft von SPD und UWG Kylltal als auch das „Sansibar-Bündnis“ (CDU, FWG, Grüne) hatten an Landrat Heinz-Peter Thiel geschrieben und um Zahlen gebeten, wie sich unterschiedliche Varianten der Biomüll-Entsorgung auf die Kosten und damit Gebühren auswirken würden.

Zu Details der Antworten wollte sich Monzel auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern. „Wir sind für jede Lösung offen“, sagte der ART-Direktor unter Verweis auf die Entscheidungshoheit der Dauner Kreistagsmitglieder, aber „ein günstigeres System als die Biotüte wird es nicht geben“.

Der Dauner Landrat hatte Anfang des Jahres nach dem Aufkeimen der Proteste gegen überquellende Biomüll-Container und verdreckte Sammelplätze gesagt, dass die Bürger im Vulkaneifelkreis bei Wiedereinführung der Biotonne mit zusätzlichen Gebühren in Höhe von 90 Euro jährlich pro Haushalt rechnen müssten.